Idylle adé ?

Beilngries (intv) Mit aktuell 9.300 Einwohnern konnte Beilngries im letzten Jahr einen Zuwachs von fast dreineinhalb Prozent verzeichnen. Und es werden schon bald noch mehr, denn Mitte März ziehen 120 Flüchtlinge in das Hotel Gallus, das zur Gemeinschaftsunterkunft umfunktioniert wurde.“Die Flüchtlinge haben es bei uns nicht schlecht getroffen“, so Bürgermeister Alexander Anetsberger. Seinen Gesprächen mit der Regierung von Oberbayern zufolge, soll das Hotelmobiliar erhalten bleiben. Inhaber Siegfried Gallus nennt gesundheitliche Gründe für das Aus nach 60 Jahren Familienbetrieb. Anderen Hotelbetreibern oder gar dem Bürgermeister soll er seine Pläne, das Hotel der Regierung als Flüchtlingsunterkunft anzubieten, allerdings erst mitgeteilt haben, nachdem seine Entscheidung schon gefällt war, sagt man uns.

Anetsberger sieht den Tourismus allerdings nicht in Gefahr: „Ich sehe es nicht, dass mit einem Haus, das in der Funktion geändert wird, der gesamte Standort in Gefahr gerät. Wir haben weiterhin eine breite Basis an Hotelerie, Gastronomie, und die wird dafür sorgen, dass unser guter Ruf unbeschädigt bleibt.“

Hunderte Ehrenamtliche engagieren sich in Beilngries, seit dem 1. März sind auch zwei sogenannte Kümmerer in Teilzeit im Einsatz, die die Organisation der 320 Flüchtlinge in 15 dezentralen und der künftigen zentralen Unterkunft übernehmen. Für den Bürgermeister ist das Soll von Beilngries mehr als erreicht. Er sieht nun andere Gemeinden im Landkreis Eichstätt in der Pflicht.