Hubert Haderthauer: Disziplinarverfahren eingeleitet

Ingolstadt (intv) Die Landesanwaltschaft Bayern hat gegen Hubert Haderthauer, den Leiter der Landesgerichtärztlichen Dienststelle am Landgericht Ingolstadt, ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Dabei geht es unter anderem um Drogentests. Dem Ehemann der bayerischen Staatsministerin wird vorgeworfen, diese Untersuchungen zwischen 1989 und 2002 zusätzlich abgerechnet zu haben, obwohl sie in seinen Aufgabenbereich als Landgerichtsarzt fallen.

Außerdem ermittelt die Landesanwaltschaft in der sogenannten Modellbau-Affäre. Haderthauer war, wie seine Frau, Teilhaber der Firma „Sapor Modellbautechnik“. Das Unternehmen hat hochwertige Modellautos von psychisch kranken Straftätern im Bezirkskrankenhaus Ansbach, später dann in Straubing, produzieren lassen. Das Fertigen der Luxusautos war als Arbeitstherapie deklariert, wurde aber von Haderthauers Firma gewinnbringend vermarktet. Ein Häftling, der  Dreifachmörder Roland S. , soll aufgrund seiner Tätigkeit ungewöhnliche Freiheiten erhalten haben – wie etwa unüblich viele Freigänge.

Sozialministerin Christine Haderthauer, die von 1990 bis einschließlich 2003 Mitgesellschafterin von „Sapor Modellbautechnik“ war, lehnt bislang jegliche Stellungnahme ab.