Hopfenrundfahrt 2018: Weniger Ernte vom Grünen Gold der Hallertau erwartet

Wolnzach (intv) Wieder mit einem blauen Auge davon gekommen. So lautet die Prognose für das geschätzte Ernteergebnis des Hallertauer Hopfens. Vor allem Trockenheit und Hitze haben dem grünen Gold zugesetzt. Vor der alljährlichen Hopfenrundfahrt in Wolnzach kamen heute Vertreter aus Politik, Wirtschaft und des Verbandes deutscher Hopfenpflanzer zusammen, um über Lösungen für die Zukunft zu sprechen.

34.500 Tonnen Hopfen schätzen Experten für die diesjährige Ernte der Hallertau. Das sind rund 8 Prozent weniger als die Durchschnittsernte. Trockenheit und Hitze der vergangenen fünf Wochen, aber auch ein sehr hoher Schädlingsbefall während der gesamten Saison sind die Gründe für den zu erwartenden Ernterückgang. Eine weitere Sorge der Hopfenpflanzer ist, dass auch die Inhaltsstoffe des Hopfens unter der Hitze gelitten haben. Erste Analysen zeigen, dass vor allem die Alphasäure betroffen ist. Sie ist für den Biergeschmack zuständig.

Johann Pichlmaier, Präsident im Verband Deutscher Hopfenpflanzer erklärt: „Der Inhaltsstoff Alphasäure ist dieses Jahr geringer. Das heißt, die Brauer müssen nun mehr Hopfen zugeben, um das gleiche Bitterlevel zu erreichen. Unsere Brauer sind schlau genug, dass der Verbraucher am Ende keine Geschmacksveränderung wahrnehmen wird. Das ist nur eine Frage der Rezepturanpassung.“

Bislang können die Hopfenpflanzer schlechtere Erntejahre mit immer wiederkehrend guten Jahren ausgleichen. Der Verband rechnet aber auf Grund des Klimawandels in Zukunft mit noch heißeren und trockeneren Sommern. Lösungen müssen her. Laut Johann Pichlmaier scheint die Hopfenforschung schon auf dem richtigen Weg zu sein. „Wir können bereits feststellen, dass die Sorten, die wir in den vergangenen Jahren in den Anbau gebracht haben, die sind resistenter gegen Hitze und Trockenheit, das heißt da müssen wir weitermachen. Die Hopfenforschung ist im wesentlichen Anteil staatlich gefördert und ein paar mehr Forscher und Experten würden uns da sicherlich nicht schaden“.

Der Verband hat noch weitere Erwartungen an die Politik und Florian Herrmann (CSU), der stellvertretend für die erkrankte Landwirtschftsministerin Michaela Kaniber angereist ist. Beispielsweise muss für die Bewässerung der Zugang zu oberflächennahem Grundwasser erleichtert werden und die Bauern sollten in guten Erntejahren auch steuerfreie Rücklagen bilden können. Konkrete Zusagen gibt es von Politikseite noch nicht, wie Florian Herrmann (CSU), Leiter der Staatskanzlei und Minister für Bundesangelegenheiten, betont: „Aber wichtig ist jetzt erstmal, dass wir für die Forschung ein klares Bekenntnis zeigen. Es geht weniger um die Frage von Geld und Stellen, sondern mehr um die Frage der Balance und des Ergreifens der richtigen Maßnahmen.“

Trotz der negativen Erntezahlen – für den Leiter der Staatskanzlei herrscht in der Hopfenbranche Aufbruchstimmung. Schließlich ist zumindest das Anbaugebiet der Hallertau um knapp 500 Hektar angewachsen.