Holst du Knospen an Sankt Barbara, sind zum Christfest Blüten da

Ingolstadt (intv) Bei eisigen Temperaturen im Winter greifen Hobbygärtner eher ungern zur Baumschere und schneiden Äste im heimischen Garten zu. Für die heilige Barbara macht so mancher Christ aber heute eine Ausnahme und rückt seinen Obstbäumen zu Leibe. Das geht auf einen alten Brauch zurück, weiß der Vorsitzende des Stadtkreisverbands für Gartenbau und Landsespflege, Anton Rottmair: „Da gibt es so einen netten Spruch: Holst du Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da. Die Barbara ist eine Märtyrerin, eine Heilige und wenn man zum Tag der Heiligen Barbara, eben am 4. Dezember Zweige zu Hause ins Wasser stellt, tragen sie an Weihnachten Blüten. Der Brauch geht auf eine Legende zurück. Auf dem Weg in den Kerker blieb sie an einem Kirschzweig hängen, den hat sie dann mitgebracht ins Gefängnis und hat ihn immer wieder mit Wasser aus ihrer Trinkschale benetzt. Zum Tag ihrer Hinrichtung hat dieser Barbarazweig geblüht.“

Wirklich Glück hat es ihr zwar nicht gebracht, der Barbara, aber der Brauch besagt, wenn die Knospen an Weihnachten in voller Pracht erblühen, winkt im nächsten Jahr das große Glück. Wohl deshalb führen so viele den Brauch ihr zu Ehren fort. Anton Rottmair kennt so einige Tricks, wie man seinem Glück auf die Sprünge helfen kann: „Beim Abschneiden den Zweig einschneiden, damit möglichst viel Wasser durch die Leitungsbahnen fließen kann. Und darauf achten, dass man sie in ein nicht überhitztes Zimmer stellt, bestenfalls nicht genau neben die Heizung, damit die Knospen nicht eintrocknen“, erklärt Rottmair.

Wer keinen Kirschbaum im Garten hat, kein Problem, es eignen sich genauso gut Apfel-, Zwetschgen-, oder Pflaumenbaumzweige, so Rottmair. Und wer ganz auf Nummer sicher gehen will, der nehme Forsythienzweige, denn die Blümen aufgrund des bisher eher milden Klimas bereits jetzt schon zögerlich. Wer alles richtig macht, der holt sich an Weihnachten den Frühling ins Wohnzimmer.

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