Hoffnung 2.0

Ingolstadt (intv) –  Ingolstadt baut vor: weil absehbar die Gewerbesteuerquellen zu sprudeln aufhören. VW stehen drastische Gewinneinbrüche in`s Haus. Deshalb werden zum 1. April maßgebliche Gebühren erhöht, unter anderem die Gebühren für die städtischen Kindertagesstätten. Bis zur letzten Minute kämpften die betroffenen Eltern gegen den 16%-Aufschlag, sogar vor der entscheidenden Stadtratssitzung wollten sie bei einer Demo noch den einen oder anderen Mandatsträger überzeugen. Auch mit Erfolg, folgten letztendlich doch 23 Räte den Argumenten der Eltern, 25 stimmten aber für die Erhöhung. Die tritt am 1. April in Kraft. Etwa sechs Wochen später will die Stadtspitze die Bewerbungsunterlagen für das oberbayerische Digitale Gründungszentrum vorlegen. Ein Prestigeprojekt, das – so der Zuschlag kommt – neben diversen Fördergeldern auch einen zweistelligen Millionenbetrag aus dem Stadtsäckel verschlingen wird. Das lohnt sich allemal, so Finanzbürgermeister Albert Wittmann würde doch Ingolstadt damit in die Förderung digitaler Start-Ups  aufschließen. Eine ideale Ergänzung zu den Aktivitäten der THI.  Einstimmig das Votum für das Projekt, geteilte Meinung zum Standort. Das historische Kavalier Dallwigk ist ausersehen, verbunden mit einem neuen Anbau. Da herrscht Gesprächsbedarf, vor allem weil an sich der Festungsbau für das Europäische Donaumuseum reserviert war. Das ließe sich mit Abstrichen auch dort unterbringen, die digitale Ausrichtung bietet Möglichkeiten, so die Überzeugung von OB Christian Lösel. Vorschläge von Standortalternativen wurden nicht berücksichtigt. Digitales EGZ und Festungsbau sind zwei Seiten einer Medaille. Basta ! Jetzt heißt es abwarten. Die Hoffnung 2.0 ist groß, das Feld der Mitbewerber ebenso. Insider rechnen neben Ingolstadt auch Rosenheim zu den Favoriten.