Hoagarten beim Schimmelwirt: Musikantentreff der Generationen

Schrobenhausen (intv) Ein gutes Stück ländlicher Tradition wird seit fast zwei Jahrzehnten im Schrobenhausener Gasthaus Stief gepflegt: Zum monatlichen „Hoagarten beim Schimmelwirt“ kommen viele Hobbymusikanten aus der Umgebung, um gemeinsam zu musizieren und zu singen. Beim letzten Hoagarten vor der Sommerpause waren es nun sogar 23 Gruppen oder Einzelkünstler, die sich ganz der echten Volksmusik verschrieben haben.

„Besonders schön ist, dass wir heute einige selten Gäste dabei haben – zum Beispiel das Grillheimer Durchanand mit vier Musikern oder der Hohenwarter Zweigesang“, sagt Moderator Klaus Schiller. Als Organisator plant er den Ablauf des zwei- bis dreistündigen Abends. Die meisten Musiker haben sich angemeldet; doch auch Improvisieren ist ein wichtiger Bestandteil des Hoagartens. „Man spielt, was man gerade im Kopf hat; oft fällt es einem erst direkt auf dem Stuhl ein“, verrät Akkordeonspieler Rudolf Zechbauer, der aus Ingolstadt angereist ist. Heute hat er als Begleitung einen Gitarristen und einen Brummtopfspieler mitgebracht. Anni Huber spielt derweil in einem Duo aus Steirischer und Geige. „Ich mache seit 8 Jahren Musik am Stammtisch, vorher schon privat für meine Freunde“, so die Neuburgerin.

Altersmäßig ist so ziemlich alles vertreten: Der „Schmid Sepp“ feiert diese Woche seinen 85. Geburtstag; er ist ebenso Star des Abends wie die 8- und 10-jährigen Brüder Thomas und Andreas Reisner von der „Langwaider Hausmusi“. Zusammen mit ihrer Mama geben die Reichertshausener lustige Gstanzln und Lieder zum Besten. „Wir sind nebenbei auch Volkstanzler“, erzählt Sabine Reisner, „und fühlen uns der bayerischen Musik einfach verbunden“.

Hoagarten ist der bayerische Begriff für „Heimgarten“. Früher traf man sich im heimischen Garten, um mit Nachbarn und Bekannten zu singen, zu musizieren und den beschwerlichen Arbeitsalltag auf dem Feld zu vergessen. Später hat sich die Zusammenkunft in Wirtshäuser verlagert. Der Musikantenstammtisch beim Schimmelwirt wird seit 1997 mehrmals im Jahr veranstaltet. Ins Leben gerufen hat ihn einst Adi Gutmann aus Steingriff. Gastgeber und Wirt Josef Plöckl setzt auf die Tradition: „Früher hat sich halt einer hingehockt und die Quetsch’n rausgezogen, auch der alte Jakob Stief hat Diatonische gespielt“. Heutzutage werde die Qualität immer professioneller. Den nächsten Hoagarten planen Josef Plöckl und Martha Stief für den 16. September.