Hitzewelle alarmiert Landwirte: Kolben kaum ausgebildet, Maispflanzen verdörrt

Ingolstadt/Niederfeld (intv) Sonnenanbeter fühlen sich in diesen Tagen wie im Paradies, für Landwirte ist die anhaltende Hitze schier die Hölle. Die starke Trockenheit setzt der noch ausstehenden Ernte von Mais und Kartoffeln zu. Immer wieder hat Friedrich Mezger, ein Landwirt aus Niederfeld in den vergangenen Wochen auf ein Gewitter mit Niederschlag im Schlepptau gewartet. Vergebens. Nun rechnet der Volllandwirt mit deutlichen Ernteausfällen, sein Kreislauf am Hof ist dadurch gehörig gestört: „Unser Betrieb hat zwei Standbeine, das erste ist Milchviehhaltung mit Nachzucht und das zweite ist Biogas. Für beides braucht man Mais. Der Rohstoff deckt ungefähr 50 Prozent des Energiebedarfs der Kühe und 60 Prozent des Energiebedarfs der Biogasanlage“, erklärt Mezger.

Die er seit gut sechs Jahren betreibt und nun ausbauen will. Mit dem hier erzeugten Strom können bis zu 400 Haushalte versorgt werden. Doch heuer geht die Rechnung wohl nicht auf: „Normalerweise brauchen wir so 80 bis 85 Hektar Mais und circa 20 bis 30 Hektar können wir selbst produzieren und bewirtschaften. Der Rest wird zugekauft. Das wird aber heuer schwierig, weil die Erträge so gering sind und zugleich der Energiegehalt der schlechten Maisqualität sehr gering ist.“

Ein kleiner Rest ist noch im Silo, doch der wird nicht reichen. Mezger zeigt uns eins seiner Felder, das es besonders schlimm getroffen hat. Hier kommt jeder Regen zu spät. Die Pflanzen haben noch nicht einmal Kolben ausgebildet, viele Stauden sind verdörrt. Die Bewässerung einiger seiner Kollegen, für Friedrich Mezger bloß noch eine Verzweiflungstat. Was tot ist, ist tot.

Seines Wissens nach kommt so eine Dürre wie heuer allerdings nur alle 20 bis 30 Jahre vor. Landwirte mit Getreideanbau sind nochmal mit einem blauen Auge davongekommen, Kartoffel-Zuckerrüben und Maisbauern trifft es heuer voll. Die Silomaisernte ist für Ende September angesetzt. Dann wird Mezger sehen, wie hoch die Ernteausfälle letztendlich tatsächlich sind.