Herausforderungen für die Bundeswehr

Ingolstadt (intv) Hoher Besuch für die Ingolstädter Bundeswehr. Generalleutnant und Inspekteur des Heeres Jörg Vollmer kam gestern in die Schanzer Pionierkaserne und diskutierte mit dem Bundestagsabgeordneten Reinhard Brandl über die Herausforderungen der Bundeswehr. Mit dem Slogan „Was ist Ihr Plan für das Heer, Herr General?“ sprachen beide über die Veränderung der sicherheitspolitischen Lage in Deutschland und Europa. Denn diese hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Durch den Krieg in der Ostukraine und die Annexion der Krim haben sich die Aufgaben der Bundeswehr verändert. Nun steht die Landes- und Bündnisverteidigung wieder gleichauf neben den Auslandseinsätzen, so Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl. Jahrzehntelang wurden die Ausstattung und die Funktionstüchtigkeit der Bundeswehr vernachlässigt, deshalb steht jetzt vor allem die Einsatzbereitschaft im Fokus. Dafür hat die Bundeswehr sogenannte Eingreiftruppen gebildet, die innerhalb von sieben Tagen abmarschbereit sein müssen. Hierfür wird auch schon geprobt. Unter realen Bedingungen wird die Brigade nach Norwegen verlegt, um von dort aus in eine Übung zu gehen. Des Weiteren hat sich die Bundeswehr der NATO verpflichet, dass bis 2031 drei Divisionen einsatzbereit sind. Eine bis 2027 mit den Geräten, die sie jetzt eingeführt haben und die beiden anderen Divisionen sollen bis dahin digitalisiert sein. Der digitale Modernisierungsprozess war ebenfalls ein Diskussionspunkt. Dabei stellt sich doch die Frage, wie kann man sich einen solchen Prozess bei der Bundeswehr vorstellen? Bundestagsabgeordneter Brandl erklärte, dass die Bundeswehr bereits eine digitale Armee sei, aber die Herausforderung liege darin, die Systeme auch zukünftig beherrschbar zu machen. Denn wenn bei der Bundeswehr das SAP-System streikt, dann hebt kein Flugzeug, kein Hubschrauber mehr ab. Ein zusätzliches Problem ist der Personalmangel. Rund 185.000 Berufssoldaten sind derzeit im Dienst. Besonders an Standorten wie Ingolstadt macht sich die freie Marktwirtschaft bemerkbar, denn hier locken weitere Arbeitgeber mit attraktiven Konditionen.