Heilig-Geist-Spital: Stadtrat bietet altes Hallenbadgrundstück an

Ingolstadt (intv) Es ist schon fast eine unendliche Geschichte im Ingolstädter Stadtrat: die Standortsuche für das Heilig-Geist-Spital. Das Seniorenheim könnte nun auf dem Gelände des alten Hallenbades an der Jahnstraße entstehen. Die Stadt will das Gelände zumindest anbieten. So der Beschluss gestern im Gremium. Das Ergebnis ist kurz, der Weg dorthin war wieder einmal alles andere als schnell.

„Möglicherweise wird es keine große Diskussion geben“ sagte SPD Stadtrat Manfred Schuhmann vor der Sitzung. Er sollte nicht Recht behalten. Die Standortsuche für das Heilig-Geist-Spital war wieder eine lange Diskussion. Dabei ging es nur um die Entscheidung, ob die Stadt das Gelände, auf dem früher das alte Hallenbad stand, für den Bau eines neuen Seniorenheims anbiete. Ja oder Nein, es könnte so einfach sein. Der Ingolstädter Stadtrat brauchte für diese Entscheidung zweieinhalb Stunden. Und das, obwohl die Parteien wohl verstanden hatten, dass es um ein einfaches Ja oder Nein ging.

Der Stadtrat stimmte am Ende mit einer Gegenstimme dafür, den Standort altes Hallenbad dem Stiftungsrat anzubieten. Der muss nun mit einer Machbarkeitsstudie prüfen, ob das Gelände für ein Seniorenheim geeignet ist.

Eigentlich sollte auf dem Gelände eine Jugendherberge entstehen. Das Vorhaben ist allerdings in weite Ferne gerückt. Das Jugendherbergswerk wird sich laut Jugendreferent Gabriel Engert vor 2021 nicht mit der Maßnahme beschäftigen. Mit einem Baubeginn vor 2023 rechnet er deshalb nicht.

Der Idee, die Jugendherberge direkt neben dem Seniorenheim zu realisieren, musste Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle eine Absage erteilen. Unter dem Parkplatz seien noch Reste von Festungsmauern, das mache eine weitere Baumaßnahme unmöglich.

Klein schlug vor, die Jugendherberge in der Fechtgasse unterzubringen, wo jetzt das Heilig-Geist-Spital ist. Anton Böhm wies aber daraufhin, das die Stadt in Zukunft jeden Pflegeplatz brauche. Das Gebäude benötige man auch in Zukunft als Seniorenheim. Der Stiftungsrat will das Gebäude in jedem Fall erhalten, die Abschreibungs- und Abbruchkosten wären mit über 6 Millionen Euro zu hoch.

Ums Geld ging es später auch bei der Entscheidung zum Museum für Konkrete Kunst und Design. Hier machte der Stadtrat den Deckel auf die Baukosten drauf. Die Stadt wird nicht mehr als 30.6 Millionen Euro zahlen. Alle Mehrkosten müssen über Fördergelder finanziert werden.