Hebammen-Not!

Ingolstadt (intv) Wir fühlen uns total im Stich gelassen, so beschreibt Hebamme Sabine Dähndel vom Geburtshaus Ingolstadt die momentane Situation. Erst diesen Monat ist die Haftpflichtprämie der freiberuflichen Geburtshelferinnen erneut gestiegen – auf rund 6.800 Euro jährlich. Das können sich viele Hebammen nicht mehr leisten und steigen aus.

Der Bedarf ist riesig, im Gegensatz zum Hebammen-Nachwuchs. Am Berufsbildungszentrum Gesundheit in Ingolstadt ist die Zahl der Bewerberinnen in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen. Das liege vor allem an den vielen Negativschlagzeilen, so Lehrerin Michaela Schreib. Die hohen Beiträge sind schlichtweg nicht zu stemmen. Mit dem sogenannten Sicherstellungszuschlag, können freiberufliche Hebammen allerdings rund 80 Prozent ihrer Haftpflichtprämie zurückfordern. „Als Hebamme muss man immer erst in Vorleistung gehen. Erst nach einem halben Jahr können sie das Geld dann zurückfordern. Natürlich muss noch einiges verbessert werden, aber es ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung!“, so Schreib.

Grundsätzlich wünschen sich die Hebammen mehr Unterstützung von Seiten der Politik, damit sie auch zukünftig viele kleine Wunder vollbringen können.