„Häusle baue“ im Schrobenhausener Stadtrat

Schrobenhausen (intv) Niedrige Kreditzinsen, volle Auftragsbücher bei Handwerkern: Die Baubranche erlebt einen wahren Boom. Doch bauen kann nur, wer auch Baugrund hat. In Schrobenhausen werden deshalb die Planungen für eine Wohnbau- und Baulandentwicklungsgesellschaft vorangetrieben. „Hier ist mittlerweile evidenter Handlungsdruck entstanden“, so Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU). Bereits Ende April hatte der Schrobenhausener Stadtrat einen Grundsatzbeschluss gefasst. In der gestrigen Sitzung ging es nun um die mögliche Rechtsform.

Stefan Detig, Rechtsanwalt und Kommunalberater aus München, stellte verschiedene Varianten vor. „Zu empfehlen wäre die Gründung eines weiteren Kommunalunternehmens – dies bietet bei Grundstückserschließungen und Wohnbau zahlreiche Vorteile“, so der Anwalt. Nun sollen gezielte Infos von unterschiedlichen Behörden und Institutionen eingeholt werden. Bis zur Gründung könne es jedoch noch etwas dauern, so Bürgermeister Stephan: „Wir haben im Haushalt 2014 keine Mittel für eine Eigenkapitalausstattung vorgesehen“. Diese könne sich durchaus auf 150.000 EUR belaufen.

Auch in Sachen Obdachlosenunterkünfte will die Stadt aktiv werden. Zur Debatte steht die Nutzung des ehemaligen Jugendheims im Bürgermeister-Stocker-Ring. Außer dem leerstehenden Gebäude sollen jedoch noch drei weitere Objekte geprüft werden – der Punkt wurde auf eine der nächsten Stadtratssitzungen vertagt.

Demnächst angegangen wird hingegen das Thema Begrünung der Innenstadt: In der Lachen soll schon bald ein Stadtgarten mit Brunnen und umfangreicher Bepflanzung zum Verweilen einladen. Der Entwurf des Architekten wurde einstimmig abgesegnet.

Sämtliche Hände hoben sich auch für weitere Ideen: So wird sich die Stadt auch an der nächsten Förderperiode des Programms LEADER in ELER beteiligen. Zudem wurde auf Antrag des Vereins „Offene Türen“ ein Integrationsbeauftragter bestellt. Stadtratsmitglied Harald Reisner (FW) übernimmt das Amt und den Aufbau eines Integrationsbeirates. „Ziel ist es, die verschiedenen ausländischen Bevölkerungsgruppen in unsere Arbeit mit einzubinden und Bestrebungen rechter Gruppierungen in Schrobenhausen einzudämmen“, so Reisner.