Grüner Landkreis: IHK informiert über Flächenverbrauch in Neuburg-Schrobenhausen

Schrobenhausen (intv) Die Unternehmen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen gehen sorgsam mit Flächen um. Die entsprechenden Zahlen hat die örtliche Industrie- und Handelskammer bei einem Pressegespräch am Montag präsentiert. Einerseits gibt es viel Raum für Natur und Landwirtschaft. Andererseits brauchen ansässsigen Firmen dringend mehr Fläche, um ihren Standort zu sichern. Der grüne Landkreis. Neuburg-Schrobenhausen besticht vor allem durch seine vielfältige Natur. 88 Prozent sind Land, Wiesen und Wälder. Gewerbeflächen dagegen: Fehlanzeige. Laut IHK beansprucht die Industrie nur 1,1 Prozent der Fläche für sich.

„Zurzeit herrscht hier Notstand in Gewerbeflächen. Die Hoffnung ist schon das, dass im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen weiterhin Industrie- und Gewerbeflächen entstehen. Es gibt ausreichend Firmen, die dringend erweitern müssen. Und es liegt wohl jetzt an den Kommunen und Städten hier auch für Erweiterungen von Gewerbeflächen zu sorgen.“, erklärt Hartmut Beutler, Vorsitzender des IHK-Regionalsausschusses Neuburg-Schrobenhausen.

Aktuelles Beispiel: die Scherm Erweiterung in Karlskron. Einen Lösungsvorschlag für diesen Interessenskonflikt habe Beutler nicht. Er hofft, dass die Parteien in einem Gespräch einen Kompromiss finden. Die Politik diskutiert derweil die sogenannte „Flächen-Obergrenze“ für die Kommunen. Das bedeutet, den Flächenverbrauch gezielt einzugrenzen. Die IHK lehnt das ab. Eine solche künstliche Verknappung der Fläche würde dazu führen, dass dringend benötigter Wohnraum noch teurer wird. Stattdessen setzt die Kammer auf ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement.

„Dass man nichtgenutzte Flächen rekultiviert, reaktiviert, zum Beispiel alte Industriestandorte. Dass man für Wohnraum Reservegrundstücke vielleicht mehr in Bebauung bekommt. Im Gegensatz muss natürlich um die Kommune herum die notwendige Gewerbefläche geschaffen werden.“

Laut IHK gibt es auch positive Beispiele im Landkreis. Die Firma Maschinenringe in Neuburg hätte sich mit ihrem neuen Haus sehr gut in das Landschaftsbild eingefügt. Ebenso die Firma Hoffmann Mineral, die ihre Kieselerde Abbaugebiete renaturiert. Trotzdem wird das Thema Flächenverbrauch auch in Zukunft ein schwieriger Spagat zwischen Natur und Industrie bleiben.