Großbestellung Eurofighter in Aussicht

Manching (intv) Ende dieses Jahres läuft bei Airbus in Manching die Produktion des aktuellen Eurofighter Tranche 3 aus. Der Verteidigungsausschuss denkt aber bereits über eine Bestellung einer neuen Generation des Kampfjets nach. Die Entscheidung könnte Verteidigungsministerin Von der Leyen schon in den kommenden Tagen treffen. Für den Standort Manching würde das Planungssicherheit bedeuten.

128 Eurofighter hat die Bundeswehr. So der Sachstandsbericht vom Februar 2018. Nur etwa 80 Kampfjets stehen im Durchschnitt zur Verfügung. Gerade die erste Generation Tranche 1 ist in die Jahre gekommen. 33 solcher Eurofighter sollen jetzt durch neue ersetzt werden, so die Planungen im Verteidigungsministerium. „Es zeichnet sich ab, dass in den nächste zwei bis drei Monaten die Entscheidung getroffen wird, neue Flugzeuge zu kaufen“, sagte Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl am Freitag gegenüber intv.

Es wäre eine Millardeninvestition für den Bund, allerdings wohl erst in 5-6 Jahren. Die alten Kampfjets will der Bund an andere Länder verkaufen, beziehungsweise als Ersatzteillager verwerten.

Zusätzlich steht zur Diskussion, den Eurofighter für die Nachfolger der Tornado einzusetzen, so Brandl. Da gibt es aber einen Wettbewerb zwischen dem Manchinger Kampfjet und drei amerikanischen Modellen. Da ist die Entscheidung laut Brandl noch nicht reif. 90 Tornados sollen auf lange Sicht ersetzt werden.

Für den Produktionsstandort von Airbus in Manching wäre das ein weiterer Großauftrag. Brandl setzt sich dafür ein, dass die Entscheidung für die 33 neuen Eurofighter unabhängig vom Ersatz für die Tornados schnell getroffen wird. Damit die Produktion in Manching schneller anlaufen kann. Dort laufen Ende des Jahres die letzten Eurofighter vom Band. Brandl will eine Produktionsunterbrechung unbedingt vermeiden. „Wir werden jetzt sicher einige Jahre haben, wo keine Produktion stattfindet. Aber es geht jetzt darum, diesen Zeitraum zu verkürzen“, sagt Brandl.

Für den Standort Manching wäre die Bestellung von gut 30 neuen Eurofightern ein gutes Signal. Der Produktionsstandort von Airbus wäre dadurch für die kommenden Jahre gesichert, so der Gewerkschaftsvertreter Bernhard Stiedl gegenüber intv. Am Mittwoch treffen sich Bernhard Stiedl, Reinhard Brandl und Verteidigungsministerin Ursula Von der Leyen in Berlin. Wenn alles ganz schnell läuft, könnte sich die Ministerin schon dann für die Großbestelllung entscheiden. Danach muss das Thema aber erst noch durch die Ausschüsse.