Größer, besser, moderner: Historischer Verein plant neues Glockenspiel für Ingolstadt

Ingolstadt (intv)  Waren Sie schon mal in der Ingolstädter Dollstraße um Mittag zu essen? Vor allem unter Woche können Sie dort um Punkt 12 Uhr den Klängen eines kurzen Glockenspiels lauschen. Als Symbol für die jahrhunderte alte Geschichte Ingolstädter Glockengießer ist das kleine Glockenspiel dem Historischen Verein zu unspektakulär. Der Plan: Ein neues Wahrzeichen, das auch gerne Touristen in die Stadt locken darf.

Die 13 kleinen Glocken in der Dollstraße spielen eine Sequenz des bayerischen Defiliermarsches, der 1850 vom berühmten Ingolstädter Musiker Adolf Scherzer komponiert wurde. Diese und noch viele andere Melodien, auch unbekannter Ingolstädter Komponisten, kann sich Matthias Schickel vom Historischen Verein Ingolstadt für das neue Glockenspiel vorstellen. Bis zu 40 Glocken wären denkbar: „Wir sind im engen Kontakt mit einem Glockenbauer aus Passau, der hat übrigens auch das kleine in der Dollstraße gemacht. Er hat uns ein großes Glockenspiel vorgeschlagen, auf dem man dann sowohl mechanisch als auch manuell Stücke drauf spielen kann.“

Auch der Glockensachverständige des Diözesanbauamts Eichstätt steht dem Verein dabei beratend zur Verfügung. Thomas Winkelbauer hat ein fundiertes Wissen über Glocken. Er betreut vorallem jene, die in Kirchentürmen wie der Franziskanerkirche, hängen. Auch wenn seit dem 16. Jahrhundert 14 verschiedene Glockengießer-Geschlechter allein in Ingolstadt tätig waren, gibt es heute in ganz Deutschland nur noch eine Handvoll Firmen, die diese Kunstwerke schaffen können. Der letzte Ingolstädter Gießer Wendelin Vielwerth hat Ende des Zweiten Weltkriegs aufgehört. Auf die Jahrhunderte alte Glockengeschichte möchte Matthias Schickel mit seinem neuen Projekt anknüpfen. Die Glocken werden sich aber deutlich von denen in Kirchen unterscheiden.