Gräberfund in Neuburg

Neuburg (intv) Jahrelang flanierten Patienten und Besucher durch die Grünanlagen am Eingang der Kliniken St. Elisabeth in Neuburg, wohl ohne zu ahnen, dass unter ihre Füßen ein Friedhof aus dem Frühmittelalter liegt. Seit Anfang des Monats legen jetzt Archäologen das Gräberfeld frei, werden die Vorfahren der Neuburger Skelett für Skelett geborgen.

Der Grund für die Grabung: Die Kliniken St. Elisabeth wollen sich vergrößern, auf dem Gelände soll ein neues Ärztehaus gebaut werden. Insgesamt 39 Bestattungen haben die Ausgräber entdeckt. Männer, Frauen und Kinder, beerdigt im siebten Jahrhundert nach Christus. Fachleute der Firma Archbau legen Grab für Grab frei, die Funde werden dokumentiert und anschließend geborgen.

Eine Arbeit unter Zeitdruck, denn in der Sonne trocknen die Knochen sehr schnell aus und werden brüchig. Die Archäologen sind derweil begeistert vom Erhaltungszustand der Skelette. Denn ein frühmittelalterliches Gräberfeld ist kein alltäglicher Fund. Das Gräberfeld ist ein Teilstück eines großen Friedhofs, der beim Bau der nahegelegen Geriatrie freigelegt wurde. Der Fund ist ein Glücksfall an sich, denn schon in den 80er Jahren war der Bereich von Bauarbeiten betroffen – das Gräberfeld hätte schon damals zerstört werden können.

So konnten die Archäologen neben den Skeletten auch viele Grabbeigaben bergen. Gut die Hälfte der Gräber sind inzwischen untersucht – weitere zwei bis drei Wochen dürften noch vergehen bis alle Funde geborgen sind.