Gewerkschaften sagen Altersarmut den Kampf an

Ingolstadt (intv) Das Rentenniveau sinkt – und das wird auch für alte Menschen in Ingolstadt ein immer größeres Problem. Seit 2013 ist die Durchschnittsrente auf unter tausend Euro gesunken. Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten hier besonders hoch. Der DGB startet deswegen im Herbst eine neue Kampagne. „Rente muss für ein gutes Leben reichen“, so der Titel.

„Uns geht es darum, dass jemand, der in Rente oder Pension geht, seinen Lebensstandard nicht einschränken muss“, sagt Günter Zellner, DGB-Geschäftsführer in der Region Oberbayern. „Das heißt: Dass er weiterhin seinen Kinobesuch machen kann, dass er weiterhin am kulturellen Leben teilhaben kann, dass er weiterhin in den Urlaub fahren kann, dass er praktisch sein Leben weiterhin so gestalten kann und keine Einschränkungen in der Rente hinnehmen muss.“

Ziel ist es, das Rentenniveau langfristig wieder anzuheben. Möglich machen sollen das höhere Beiträge zur Rentenversicherung und mehr Rücklagen. Ins gleiche Horn stößt die hiesige IG Metall mit der Kampagne Arbeitszeitverbesserungen.

„Die Arbeitszeit verändert sich insofern, weil wir auch viele technische Hilfsmittel haben: Smartphones, Tablets“, sagt Johann Horn, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ingolstadt. „Das heißt die Menschen können zu Hause arbeiten, sie können zu anderen Zeiten arbeiten. Sie werden aber auch zu Arbeit angeleitet. Sie müssen überall und ständig verfügbar sein. Sie sind immer da und immer im Dienst sozusagen.“

Das gilt auf für Mitarbeiter am Band, die flexibel einsetzbar sind. Die IG Metall plant deswegen nächstes Jahr eine Mitgliederbefragung zur Arbeitszeit. Dabei geht es unter anderem um Überstunden, Teilzeitmodelle und Schichtsysteme gehen. Die Ergebnisse wollen die Gewerkschafter 2018 in der nächsten Tarifrunde durchsetzen.