Gewaltverbrechen in der Region – Prozesslawine rollt an

Ingolstadt (intv) Eine ganze Serie von Gewaltverbrechen erschütterte im vergangenen Jahr Ingolstadt und die Region. Angefangen bei einem Mord in einem Getränkemarkt in Pfaffenhofen über die Geiselnahme in Ingolstadt bis hin zu einem erweiterten Selbstmord mitten in einer Polizeistation. Und auch in diesem Jahr blieben wir von derartigen Verbrechen nicht verschont. So ist es erst gut einen Monat her, als die 12-jährige Franziska aus Möckenlohe auf brutale Weise ermordet wurde. In einigen Fällen ist bereits Angklage erhoben worden, bei anderen steh sogar schon ein Gerichtstermin fest.

Die erste schockierende Tat spielte sich im Juli in einem Getränkemarkt in Pfaffenhofen ab. Der 61-jährige Geschäftsführer war dort erstochen worden. Nur sechs Tage nach der Tat hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Ein 38-jähriger Mann aus München soll die Tat begangen haben. Voraussichtlich ab dem 17. April wird ihm der Prozess gemacht.

Im August folgte die nervenaufreibende Geiselnahme im Ingolstädter Rathaus. Auch hier wurde der Täter bereits angeklagt, ein Gerichtstermin steht jedoch noch nicht fest.

Im September gab es gleich mehrere Gewaltverbrechen in Ingolstadt. Ein 50-jähriger stadtbekannter Boxpromoter wurde auf offener Straße erschossen. Der Täter, der noch am Tatort festgenommen wurde, ist derzeit wieder auf freiem Fuß. Eine Anklage ist noch nicht erfolgt, da die Ermittlungen noch andauern.

Der zweite Fall war ein Tötungsdelikt an einem 33-jährigen Obdachlosen. Die Ermittlungen gegen den 18-jährigen mutmaßlichen Täter laufen noch. Für ihn wurde eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angefordert, da ein fachärztliches Gutachten eine Schuldunfähigkeit wegen einer seelischen Störung in Frage kommen lässt.

Auch in Manching spielte sich im September eine Gewalttat ab. Ein 52-Jähriger hat versucht, seine Ex-Frau auf einem Parkplatz mit einem Meißel zu töten. Zwei Beamte der Ingolstädter Verkehrspolizei konnten dies jedoch verhindern. Die Anklage gegen den Mann lautet auf versuchten Mord, Brandstiftung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorsätzliche Körperverletzung. Der Prozess gegen ihn beginnt voraussichtlich am 14. Oktober.

Auch der Oktober war ereignisreich. So hat ein 41-jähriger Ingolstädter seine Ex-Freundin und deren neuen Freund absichtlich mit dem Auto angefahren. Die 35-jährige wurde dabei schwer verletzt. Gegen den Täter wurde Anklage wegen versuchtem Mord erhoben. Ein Gerichtstermin steht noch nicht fest.

Ebenfalls im Oktober wurde ein 33-jähriger Obdachloser in einer Obdachlosenunterkunft am Franziskanerwasser niedergestochen. Das Opfer überlebte den Angriff mit schweren Bauchverletzungen. Die 30-jährige mutmaßliche Täterin muss sich ab dem 27. März vor Gericht verantworten. Die Anklage lautet auf versuchten Mord.

Ein weiteres Gewaltverbrechen im Oktober war der Mord an einem 48-jährigen Ingolstädter im Ortsteil Ringsee, der vor den Augen seiner Frau erschossen wurde. Hier wird jedoch kein Prozess folgen, da der Täter sich kurz darauf im Ingolstädter Polizeipräsidium selbst gerichtet hat.

Im Dezember kam es zu einem versuchten Mord in einem China-Restaurant in Ingolstadt. Ein 47-Jähriger wollte seine Ehefrau mit einem Küchenmesser töten, wurde aber von Gästen des Lokals überwältigt. Die Frau wurde durch mehrere Stiche in den Rücken schwer verletzt. Die Ermittlungen hierzu laufen noch.

Das jüngste Gewaltverbrechen, der Mord an der 12-jährigen Franziska aus Möckenlohe, wird noch nicht in absehbarer Zeit verhandelt werden. Obwohl der Täter den Mord gestanden hat, dauern die Ermittlungen noch an.