Gespinstmotte verhüllt Bäume und Sträucher mit silbernem Schleier

Ingolstadt (intv) Immer wieder sieht man sie am Straßenrand – Bäume und Sträucher, die mit einer silbernen Hülle überzogen sind. Schuld daran sind die sogenannten Gespinstmotten. Sie fressen die Blätter ab und überziehen Stämme, Äste und Zweige mit einem Gespinst.

Sie sind in ganz Mitteleuropa verbreitet, bis zu 25 Millimeter groß und gehören zu der Ordnung der Schmetterlinge: Die Gespinstmotten. Die nächsten Verwandten der Kleidermotte legen ein Schutzgespinst an, in dem die Raupen vor Fressfeinden geschützt sind. „Das funktioniert nicht hundertprozentig wie alles in der Biologie“, erklärt Biologe Erst Krach aus Ingolstadt. „Die Raupen sind ein wichtiges Futter für Vögel und Raubtiere.“ Die Pflanzen entwickeln einen Giftstoff gegen die Gespinstmotte, mit dem sie im nächsten Jahr gegen die Insekten immun sein werden. Dieses Jahr treffen besonders zwei weit verbreitete Arten aufeinander: Die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte und die Vogelkirschen-Gespinstmotte.

Im April sind die Gespinstmotten geschlüpft. Jetzt ist ein Teil schon verpuppt, der andere Teil befindet sich noch im letzten Larvenstadium. Die befallenen Bäume überstehen die Fress- und Spinnattacke meist unbeschadet und wachsen im nächsten Jahr normal weiter.

Bis zum Frühjahr liegen die Larven im Boden, dann schlüpfen sie wieder – Allerdings wird es die Insekten laut Prognose des Experten im kommenden Jahr kaum mehr geben. Das Gift der Pflanzen wird sie schon als kleine Larven töten.