Gelebte Denkmalpflege

Ingolstadt (intv) Am Tag des offenen Denkmals vergangenen September war die Sanierung noch in vollem Gange, nun stehen die Bauarbeiten des ehemaligen Stadtbauernhauses am Unteren Graben kurz vor der Fertigstellung. Als Kind ist er auf dem Weg zur Schule jeden Tag an dem „Hexenhäusl“, wie Bauherr Lorenz Gruber es nennt, vorbeigegangen. Nun nimmt er selbst das Schicksal des historischen Gebäudes in die Hand: „Wir sind vom Geschäft her auch mit Neubauten beschäftigt und haben selbst vor zehn Jahren am Unteren Graben ein Neubauobjekt geschaffen und jetzt wollten wir es einfach versuchen, etwas anderes machen und ob wir aus dieser Ruine nicht doch wieder Wohnraum herstellen können. Nach knapp 18 Monaten Bauzeit haben wir es jetzt geschafft“, freut sich Bauherr Lorenz Gruber.

2009 wurde die Baugenehmigung erteilt. Bedingung: Das sanierte Gebäude soll ins Stadtbild passen, das historische Erbe erhalten bleiben. Sanierung im Einklang mit der Denkmalpflege – ein doch enges Korsett. Nach vielen Verhandlungen mit Bezirk und Stadt sind durch mehrere Einheiten knapp 360 Quadratmeter Wohnraum entstanden. Ein Stilmix aus Alt und Neu: „Man muss sich vorstellen, dass hier ein eingeschossiges Bauernhaus stand, das sich über die Jahre verändert hat. Wir wollten diese Bescheidenheit, die dieses Stadtbauernhaus ausmacht, erhalten“, erklärt Architekt Andreas Mühlbauer.

Der Einsatz der Grubers für die Denkmalpflege wird mit Fördermitteln unterstützt. „Man schöpft hier aus verschiedenen Fördertöpfen. Gemeinsam bezuschussen hier das Landesamt für Denkmalpflege, die Stadt Ingolstadt und der Bezirk. Separat dazu gibt es noch die Städtebauförderung“, zählt Josef Dintner vom Stadtplanungsamt auf. Ohne Fördermittel wäre das Bauprojekt jedenfalls privat nicht finanzierbar gewesen, verrät der Bauherr. Die Gesamtsumme des Bauprojekts beläuft sich auf 1,1 Millionen Euro.