Geldmacherei oder neue Volkskrankheit?

Ingolstadt (intv) Einfach mal schnell im Supermarkt ein paar Besorgungen erledigen. Das gestaltet sich für viele Konsumenten immer schwieriger. Denn immer mehr Menschen müssen genau darauf achten, welche Lebensmittel sie kaufen. In Deutschland reagieren die meisten Patienten auf Lactose, Fructose und Histamin. Wer von einer Lebensmittelunverträglichkeit betroffen ist, hat mit lästigen und unangenehmen Beschwerden zu kämpfen, wie etwa Durchfall oder Bauchkrämpfe. Unter den Menschen herrscht deshalb große Verunsicherung – selbst wenn keine Intoleranz vorhanden ist, greifen mittlerweile viele lieber zu laktose- oder glucosefreien Lebensmitteln. Und das wirkt sich auch auf die Umsatz-Zahlen aus. Beim Beispiel Lactose ist die Entwicklung besonders deutlich. Während der Umsatz von milchzuckerfreien Lebensmitteln im Jahr 2007 noch bei 38 Millionen Euro lag, sind es aktuell um die 54 Millionen. Diagnose „Intoleranz“ – ein Geschäft, von dem viele profitieren: „Zum Beispiel die Medizintechnik, aber auch Ärzte, weil sie einen hohen Zulauf haben, Supermarktketten oder die Pharmazie, weil dort spezielle Enzyme hergestellt werden, so Ernährungsberaterin Evelyn Milz-Fleißner. Bis eine Intoleranz endgültig fest steht, durchlaufen die Patienten oft einen langen Leidensweg. Ein Ernährungstagebuch kann aber oft helfen. Denn bei der Auswertung kann genau festgestellt werden, welche Lebensmittel tatsächlich unverträglich sind. Oft hilft es aber schon, auf den eigenen Körper zu hören – denn der weiß am besten, was ihm gut tut und was nicht.