Geiselnehmer bald vor Gericht

Ingolstadt (intv) Vergangenen Sommer hielten Ingolstadt und die Region den Atem an. Am 19. August hatte ein 24-Jähriger vier Geiseln in seiner Gewalt, darunter den dritten Bürgermeister Sepp Mißlbeck in dessen Amtszimmer im Alten Rathaus. Mehr als neun Stunden lang dauerte der Nervenkrieg an. Der Geiselnehmer von Ingolstadt muss sich nun bald vor Gericht verantworten. Der Prozess wird mit Spannung erwartet. Viele Ingolstädter haben die Bilder noch lebhaft vor Augen: ein abgesperrter Rathausplatz, ein Großaufgebot der Polizei und des SEK. Dann, nach stundenlangem Bangen und Warten greift das Sondereinsatzkommando um 17:43 ein – es fallen zwei Schüsse. Sie treffen den Geiselnehmer in Schulter und Bein, die Geiseln werden unverletzt befreit. Noch am selben Nachmittag wurde gegen den 24-Jährigen Haftbefehl erlassen. Drei Wochen vor der Tat war der psychisch kranke Geiselnehmer wegen Stalkings verurteilt worden. Seit Mitte Juni hat die große Strafkammer des Landgerichts nun die Anklage zugelassen. Laut der Oberstaatsanwaltschaft sei der Täter voll schuldfähig und habe äußerst zurechnungsfähig gehandelt. Der erste Verhandlungstag wird am Dienstag, den 23.September 2014 stattfinden. Die Mindeststrafe für diese äußerst schwere Straftat liegt bei fünf Jahren Freiheitsentzug.

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