Geiseldrama – Chronologie der Ereignisse

Ingolstadt (intv) Neun Stunden lang war nicht sicher, ob die Geiseln das Drama unverletzt überstehen. Erst der gezielte Zugriff der Polizei beendete die Geiselnahme. Die Ereignisse dieses bewegten Tages haben wir für Sie noch einmal ausführlich zusammengefasst:

Gegen 9 Uhr: Das Alte Rathaus wird geräumt. Die Polizei sperrt den Rathausplatz. Noch werden keine Details veröffentlicht. Klar ist aber: Mit dem geplanten Besuch der Bundeskanzlerin hat dieser Einsatz nichts zu tun.

Gegen 10.15 Uhr: Die Polizei wendet sich erstmals an die Öffentlichkeit: Es handelt sich um eine Geiselnahme. „Ein männlicher Täter hat mehrere Personen in seiner Gewalt“, berichtet Polizeisprecher Josef Petzenhauser.

12.30 Uhr: Die geplante Wahlkampfversanstaltung mit Angela Merkel wird abgesagt. Keiner weiß, wie lange sich die Geiselnahme hinziehen wird. Inzwischen sind mehr als 200 Polizisten, darunter auch die Spezialeinheit SEK  im Einsatz.

13 Uhr: Bei einer Pressekonferenz informieren Innenminister Joachim Herrmann, Oberbürgermeister Alfred Lehmann und Polizeivizepräsident Günter Gietl über die aktuelle Lage: Der Geiselnehmer ist ein verurteilter Stalker, der im Rathaus Hausverbot hatte. „Der 24-Jährige ist polizeilich bekannt und bereits vorbestraft'“, informiert Polizeivizepräsident Günther Gietl die Schar an Journalisten. Die Polizei stehe in ständigem Kontakt zu dem Täter, noch habe er aber keine Forderungen gestellt. Ein Gerücht hat sich bereits bestätigt: Auch Bürgermeister Sepp Mißlbeck ist unter den Geiseln.

Gegen 14 Uhr: Nachdem der Geiselnehmer bereits eine Geisel entlassen hatte, kann die Polizei nach intensiven Verhandlungen erreichen, dass auch Bürgermeister Sepp Mißlbeck freigelassen wird. Er sei körperlich unversehrt.

Gegen 17.45 Uhr: Die Ereignisse überschlagen sich: Laute Schläge sind zu hören. Hat die Polizei zugegriffen?

Kurz nach 18 Uhr ist es offiziell: Die Polizei hat den Geiselnehmer mit zwei Schüssen verletzt und die Geiseln unverletzt befreit.

Um 18.30 Uhr beginnt die Abschlusspressekonferenz. Der Geiselnehmer stand demnach erst im vergangenen Monat vor Gericht. Laut dem leitenden Oberstaatsanwalt Dr. Helmut Walter wegen Nachstellung, Beleidigung, Körperverletzung und Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz. Das Gericht befand allerdings laut umfangreichen psychischen Gutachten über den 24-jährigen Stalker: von ihm gehe keine weitere Gefahr mehr aus.

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