Geflüchtete demonstrieren gegen „ANKER-Zentrum“

Ingolstadt (intv) Seit einem halben Jahr gibt es das ANKER-Zentrum in Manching. Mit dem Wechsel vom Transit- zum ANKER-Zentrum sollte sich auch für die Bewohner etwas ändern. Zum Beispiel, die Aufenthaltsdauer. Dem ist laut Flüchtlingsrat nicht so. Die Bewohner des ANKER-Zentrums Manching gingen deshalb am Freitag in Ingolstadt auf die Straße.

Nach ersten Schätzungen waren es über zweihundert Bewohnerinnen und Bewohner, die am Freitagnachmittag auf dem Ingolstädter Rathausplatz zusammenkamen. Der Flüchtlingsrat beklagt, dass die Geflüchteten oft deutlich länger in den so genannten ANKER-Zentren leben, als die vom zuständigen Bundesamt angekündigten drei Monate. Das liegt daran, dass viele Flüchtlinge gegen den Erstbescheid klagen und dann bis zum Ende der langwierigen Verfahren in der Einrichtung bleiben. Das kann teilweise bis zu zwei Jahre dauern. Der Flüchtlingsrat beobachtet, dass die Menschen teilweise dort in Mehrbettzimmern mit Gemeinschaftsbädern und -toiletten menschenunwürdig untergebracht sind.