Gefährliche Krabbeltiere

Ingolstadt (intv) Ob beim Waldspaziergang, bei der Gartenarbeit oder beim Joggen im Park – Zecken lauern fast überall. Und sie sind gefährlich. Ein Biss reicht, um sich mit Viren und Bakterien zu infizieren. Wir haben beim Ingolstädter Arzt Dr. Anton Böhm nachgefragt, was zu tun ist, wenn uns die kleinen Plagegeister beißen und wie sinnvoll eine Impfung ist.

Gefährlich ist der Blutsauger deshalb, weil er Krankheitserreger übertragen kann. Borrelien zum Beispiel. Das sind Bakterien, die Lähmungen oder Gelenkentzündungen hervorrufen können. Laut Gesundheitsamt Ingolstadt wurden im vergangenen Jahr 23 Borreliose-Fälle gemeldet. Ob eine Zecke einen Menschen mit Borrelien infiziert hat, zeigt sich an der sogenannten Wanderröte, die sich um die Biss-Stelle kreisförmig ausbreitet.

Riskant ist ein Zeckenbiss auch deshalb, weil dadurch FSME-Viren übertragen werden können. Im schlimmsten Fall verursachen diese eine lebensbedrohliche Gehirnhautentzündung. Darum der Rat des Allgemeinmediziners: sich impfen lassen. Böhm geht gleich mal mit gutem Beispiel voran. Ein kurzer Pieks, Pflaster drauf und schwupps ist er für die kommenden Jahre vor FSME geschützt.

Wer eine Zecke am Körper entdeckt, sollte sie am besten mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange sofort herausziehen, so Böhm. Die Zecke vorher mit Öl zu beträufeln oder in der Biss-Stelle herumzubohren, davon rät der Mediziner dringend ab. Grund, beim Frühlingsspaziergang panisch zu werden, gibt es aber laut Dr. Böhm nicht. Nur ein geringer Anteil der Parasiten trägt Erreger in sich.