Gedenkminute beim Neujahrsempfang des Klinikums

Ingolstadt (intv) In Ingolstadt hat nach der Stadt am Mittwoch auch das Klinikum zum Neujahrsempfang geladen. Nach dem Selbstmord des wegen Untreue angeklagten Ex-Geschäftsführers Heribert Fastenmeier keine einfache Aufgabe für die Organisatoren. Viele der Gäste waren langjährige Weggefährten des toten Klinikmanagers.

Deshalb hat der Neujahrsempfang auch mit einem Gedenken an Heribert Fastenmeier begonnen. Klinikseelsorgerin Petra Kringel mahnte die Anwesenden dazu in der aufgeheizten Debatte mehr miteinander, als übereinander zu reden. Angsichts des tragischen Ereignisses stand sogar zur Diskussion, den Empfang abzusagen. Klinikumsgeschäftsführerin Monika Röther sagte: „Aber alle haben es für gut befunden, ihn stattfinden zu lassen und das haben wir getan mit Anpassungen.“

Auch Ingolstadts OB Christian Lösel ging in seiner Rede noch einmal auf die schwierige Situation des Klinikums ein, lobte aber dann die medizinischen Leistungen des viertgrößten Krankenhauses in Bayern. Das Klinikum hat im vergangenen Jahr etwas weniger Patienten behandelt als im Jahr zuvor. Geschäftsführer Andreas Tiete musste Ende des Jahres auch ein Defizit von drei Millionen Euro ausweisen, das er unter anderem mit gestiegenen Personalkosten rechtfertigte. An seiner Seite als Geschäftsführerin steht seit Anfang des Jahres eine neue, Monika Röther. Ihr Eindruck in den 12 Tagen ist positiv. „Ich habe mit Mitarbeitern geredet, wo der Schuh drückt. Es hat mich beeindruckt, das die Mitarbeiter sehr motiviert und engagiert sind. Egal, wo ich war, hab ich einen Satz gehört, wir machen das zum Wohl der Patienten.“

Nach dem offiziellen Teil folgte das, was zum Neujahrsempfang des KLinikums traditionell gehört: Zeit für viele Gespräche am Buffet aus der Klinikumsküche. Allerdings dieses Jahr bei vielen mit gemischten Gefühlen. Freitagnachmittag wird der Ingolstädter Stadtrat in einer Sondersitzung über den aktuellen Stand im Fall Fastenmeier, etwaige Schadenersatzforderungen und über die Ermittlungen in der Klinikumsaffäre beraten.