G9 ist zurück: Freude und Sorgen zugleich am Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen

Pfaffenhofen (intv) Mit dem neuen Schuljahr kehrt auch das G9 an Bayerns Gymnasien zurück. Alle fünften und sechsten Klassen zählen zu den ersten Jahrgängen, die wieder insgesamt 13 statt 12 Jahre Schulzeit genießen dürfen. Wie die Umstellung läuft, haben wir uns im Schyren-Gymnasium in Pfaffenhofen angeschaut. Als „G8-ler“ haben sie sich in die Sommerferien verabschiedet – zurückgekommen sind die Kinder der 6D als einer der ersten Jahrgänge des neunjährigen Gymnasiums. Auch wenn das ein Jahr länger Schule bedeutet – die Teenager finden die Veränderung gut. Was den Unterrichtsstoff betrifft, ist der Wechsel kein Problem.

Gerade steht Mathematik auf dem Stundenplan. Markus Fiederer, Mathematik-Lehrer am Schyren-Gymnasium betont: „In der Mathematik sind die Zahlen die gleichen. Die Schüler spüren nichts von der Veränderung, für sie hat sich nichts geändert. Sie werden nur merken, dass sie in der Mittelstufe weniger Nachmittagsunterricht haben.“ Und damit mehr Zeit – eines des ausschlaggebenden Argumente für die Rückkehr des G9. Von einer Wiedereinführung ist aber nicht die Rede. Das G9 2.0 soll besser als die alte Version werden, erklärt Schulleiter Dietmar Boshof: „Das bedeutet zum Beispiel, dass die politische Bildung gestärkt wird, in der Mittel- und Oberstufe, also da kommen neue Inhalte dazu. Dass die Informatik, also die digitale Bildung, mehr gestärkt wird, das packt man halt in das G9 auch rein, wobei ein wesentlicher Punkt ist, dass den Kindern mehr Zeit, mehr Lernzeit gegeben wird.“ Sowohl das Schuloberhaupt als auch der Mathematik-Lehrer begrüßen die Rückkehr des G9.

Auch wenn die Schulen vor ein paar Herausforderungen gestellt werden. Ein zusätzliches Schuljahr bedeutet mehr Schulstunden, die wiederrum von zusätzlichen Lehrkräften betreut werden müssen. Aber gerade im neu geplanten Informatikbereich gibt es davon zu wenig. Bislang sind auch noch nicht alle Jahrgänge durchgeplant. „Wir hoffen, dass uns sehr bald auch klar gemacht wird, vom Ministerium natürlich, wie es weitergeht. Also vor allem in der Oberstufe und wie die Abiturprüfungen aussehen müssen, denn darauf müssen wir die Schüler schließlich vorbereiten und daher ist eine schnelle Entscheidung notwendig“, ergänzt Boshof. Apropos Abiturprüfungen: Da die Siebtklässler des laufenden Schuljahres noch nach G8-System im Jahr 2025 ihr Abitur machen, wird es ein Jahr später keine regulären Abiturienten geben. Für durchgefallene Schülerinnen und Schüler müssen Sonderlösungen gefunden werden. Auswirkungen auf Wirtschaft und Hochschulen sind noch ungewiss. Aber einer freut sich auf jeden Fall dass im Jahr 2026 das Abitur ausfällt: Schulleiter Dietmar Bonhof hat einen Abi-Streich weniger zu befürchten.