Für und wider Flüchtlingsheim: Rechtsstreit in Pfaffenhofen

Pfaffenhofen (intv) Auch wenn der Klimawandel uns bisher vor Eis und Schnee bewahrt hat, brauchen die Kommunen in ganz Deutschland dringend mehr Unterkünfte für Flüchtlinge. Auch in Pfaffenhofen. Dort will ein privater Unternehmer vom Tegernsee ein Wohnheim für Asylbewerber bauen. Im Mischgebiet „Stettiner Strasse“, südlich der Durchgangsstrasse nach Hohenwart. Doch der Landkreis und die Stadt sind gegen das Projekt – und das Verwaltungsgericht München hat ihnen bei einem ersten Ortstermin Recht gegeben. Es geht um den Status „Mischgebiet“. Den würde der städtische Bebauungsplan aus dem Jahre 1980 verlieren, falls dort Wohnungen für 72 Flüchtlinge entstünden. Ein Mischgebiet muss aus Wohn- und Gewerbegebäuden bestehen, mindestens im Verhältnis 20:80. An der Hohenwarter Strasse, der Grenze des Baugebiets, gibt es einen Supermarkt, einen Autohandel und einen Getränkemarkt. Die freie Fläche hinter dem Altenheim St. Johannes muss künftig mit Gewerbe belegt werden, damit der Status Mischgebiet nicht verloren geht. Denn das hätte weitreichende Folgen: Für ein künftiges Wohngebiet „Stettiner Strasse“ müsste die Stadt Pfaffenhofen sogar eine Lärmschutzwand an der Hohenwarter Strasse errichten, erklärt Rechtsdirektor Florian Erdle im Rathaus. Doch Peter Eichhorn, der Rechtsanwalt des Investors, will im Auftrag seines Mandanten weiter klagen, um das umstrittene Wohnheim doch noch bauen zu können. Und die Flüchtlinge? Die sollen laut Florian Erdle vorübergehend im ehemaligen Altenheim St. Franziskus untergebracht werden bis zwei weitere Gebäude hinter der Obdachlosenunterkunft in der Ingolstädter Strasse fertig sind. Das ehemalige Altenheim bietet laut Erdle Platz für 50 Menschen.