Für die Jugendlichen da

Schrobenhausen (intv) Seit April hat der Caritasverband Neuburg-Schrobenhausen einen neuen Streetworker gesucht. Auch in der Sozialarbeit herrscht Fachkräftemangel. Mit Benedikt Schmid gibt es seit gut einem Monat nun einen neuen Ansprechpartner für die Schrobenhausener Jugend.

Benedikts Arbeitstag beginnt im Büro. Am Vormittag hilft er Jugendlichen zum Beispiel bei Bewerbungen oder der Jobsuche. Seit Oktober ist der 29-Jährige der neue Schrobenhausener Streetworker. Seine Chefin Stefanie Buchner-Joppich ist erleichtert, dass die lange Suche nun ein Ende hat. Für sie ist Benedikt ein echter Glücksgriff.

Gegen 13 Uhr geht es für Benedikt nach draußen. Dort geht für ihn das klassische Streetworking los. „Ich gehe raus auf die Straße und suche Jugendliche, die in der Stadt unterwegs sind. Ich versuche dann mit ihnen ins Gespräch zu kommen und Vertrauen aufzubauen. So bekomme ich einen Eindruck davon, wo man in der Jugendsozialarbeit ansetzen kann.“

Benedikt hat Soziologie in Eichstätt studiert und danach mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gearbeitet. In seiner Freizeit ist er Karatetrainer, hat also auch da viel mit jungen Menschen zu tun.

„Wenn ich auf Jugendliche aufmerksam werde, die gewissen Probleme haben, sei es familiär, beruflich, schulisch oder gerade im Übergang bei der Jobsuche, dann versuche ich diese Jugendlichen an mich zu binden. Entweder kann ich ihre Probleme selbst lösen oder ich vermittle sie in die Schuldner- oder Suchtberatung. Je nachdem wie die Problemlagen sind.“

Die Jugendlichen haben ihn schon gut angenommen, aber Benedikt merkt, dass es lange keinen Streetworker gegeben hat. Einige lehnen den Kontakt zu ihm ab.

„So schwierige Fälle gibt es natürlich schon, wo man als Jugendsozialarbeiter wenig machen kann, weil in der Vergangenheit zu viel passiert ist. Aber ich hoffe, dass ich auch zu diesen Jugendlichen einen Zugang finde. Es ist halt sehr schwierig und irgendwo sind dem auch Grenzen gesetzt. Wenn jemand nicht mit mir zusammenarbeiten will, kann ich ihn auch nicht zwingen.“

Der 29-Jährige will nun viele Aktivitäten und Projekte angehen. Er bietet zum Beispiel Selbstverteidigungskurse an Schulen an. Und er möchte die Wünsche der Jugendlichen verwirklichen. Ein zentraler Treffpunkt am Skaterplatz ist das erste große Ziel.

„Da bin ich schon in Gesprächen mit der Stadt, dass hier ein Pavillon aufgestellt wird als Treffpunkt. Da können die Jugendlichen abends Zeit miteinander verbringen. Was mir noch wichtig ist: das Angebot für die jungen Leute in Schrobenhausen soll wachsen und zwar in jeder Hinsicht. Wo ich da unterstützen kann, werde ich unterstützen. Egal ob Vereine, die Stadt oder das Jugendzentrum, damit wir ein lebendiges Umfeld für die Jugendlichen haben.“

Irgendwo zwischen Kumpel und Aufpasser. So sieht sich Benedikt selbst. Und damit haben die Jugendlichen in Schrobenhausen einen verlässlichen Ansprechpartner, der ihnen hoffentlich noch lange bleibt.