Fünf Jahre Nichtraucherschutzgesetz in Bayern: Eine Bilanz

Ingolstadt (intv) Ein Bier und eine Zigarette – für viele gehört diese Kombination immer noch zusammen. Im Freien ist das auch kein Problem, in Kneipen oder wie etwa im Festzelt am Schrobenhausener Volksfest, ist das Rauchen seit nun fünf Jahren nicht mehr erlaubt. Festwirt und Raucher Andreas Kellner freut’s . „Das Gute ist für mich, dass jetzt weniger Kippenstummel rum liegen. Ich muss weniger zusammenkehren. Probleme gibt es keine, die Leute sind vernünftig und gehen raus. Ich bin positiv überrascht vom Nichtraucherschutzgesetz.“ Dass das vor fünf Jahren in Kraft treten konnte, verdanken wir einem Volksbegehren. Das hat die ÖDP 2010 nicht ohne massiven Gegenwind durchgeboxt. Simone Vosswinkel, ÖDP-Stadträtin aus Ingolstadt, erinnert sich genau: „Es gab massive Anfeindungen. Selbst heute, fünf Jahre nach dem Gesetz, wird man damit konfrontiert. Aber es hat sich gelohnt, zu kämpfen. Die Luft ist angenehmer, es ist gesünder und ich finde, dass die Freiheit des einzelnen da aufhört, wo die des anderen beginnt.“ Mit ihrer Meinung steht die Stadträtin nicht alleine da. Unter Nichtrauchern und sogar Rauchern fällt die Bilanz nach fünf Jahren größtenteils positiv aus. „Ich habe früher drei Schachteln Zigaretten geraucht. Aber selbst ich finde, dass man draußen rauchen sollte. Am Volksfest gibt’s vorne draußen Biergärten, da kann jeder seine Stengel haben“, sagt Volksfestveranstalter Josef Plöckl. Damit wird klar: Fünf Jahre nach der Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes weint hier zulande kaum einer verqualmten Bar und stinkenden Klamotten hinterher.