Fülle an Funden

Eichstätt (intv) Seit November sind am Domplatz in Eichstätt Archäologen am Werk. In mühsamer Kleinarbeit tragen sie Erdschichten ab und stoßen je tiefer sie graben auf immer ältere Fundstücke. Bis in die Bronzezeit – 1.800 Jahre v. Chr., so alt ist beispielsweise ein Scherbenfragment eines 1.000 Liter fassenden Gefäßes. Historisches Gold wird hier zu Tage befördert.

Ein einmaliger Einblick in die Eichstätter Stadtgeschichte. Selbst für das Archäologenteam, die Bauherren und Denkmalpfleger sind die Ausgrabungen ein spannendes Unterfangen.

Die Grabungsstätte liegt östlich des derzeit von Kirschblüten ummalten Eichstätter Doms, im 8. Jahrhundert gegründet. Wertvolles Bodendenkmal also, deswegen waren die Ausgrabungen notwendig, erklärt Jochen Haberstroh, Referatsleiter vom Bayerischen Amt für Denkmalpflege. „Wir können bereits Funde aus der Bronzezeit vorweisen, dann kommt eine größere Lücke, bevor es dann in der späten Römerzeit weitergeht und in der Karolingerzeit enorm viel zu Tage kommt. Wir können damit quantitativ und qualitativ sehr viel zur Geschichte des Eichstätter Domberges aussagen.“

Mit den Ausgrabungen erhoffen sich die Verantwortlichen noch mehr Aufschluss über die Stadtgeschichte und eine lückenlose historische Rekonstruktion. Zum Vorschein kommen Mauern, die Interpretationen über frühere Bautechniken und Raumnutzung zulassen. Diese erhaltene Flöte aus Knochen ist sozusagen ein Vorbote für den künftigen Zweck des bistümlichen Ortes. Ein Haus der Dommusik: „Wir errichten hier Probesäle für den Domchor, einen großen mit 130 Quadratmeter und einen kleinen Proberaum. Und natürlich Technikräume und ein kleines Archiv, das wird hier demnächst entstehen“, erläutert Richard Breitenhuber, Baudirektor der Diözese Eichstätt.

Das Bistum erwägt, besonders herausragende Stücke im Diözesanmuseum öffentlich auszustellen. Angesichts der Fülle an Funden ist allerdings noch nicht abzusehen, wie lange sich die Ausgrabungen noch hinziehen. Baubeginn ist für Anfang Juni angesetzt. Das Bauvolumen umfasst knapp zwei Millionen Euro, die Ausgrabungen belaufen sich auf rund 200.000 Euro.