Freie Wähler und ihre streitbare Vision

Ingolstadt (intv) Wer weit nach oben will, der muss bekanntlich erst einmal tief nach unten graben. Das dachten sich wohl auch die Freien Wähler. Sie haben das Verkehrsproblem in Ingolstadt – wie schon 2008 – zu ihrem Wahlkampfthema gemacht. Um die Straßen zu entlasten fordern sie eine vierte Donauquerung in Form eines Tunnels. Dieser soll östlich von Gerolfing beginnen und bis zum Süden von Hagau verlaufen. Das Problem: Das betroffene Gebiet beinhaltet zwei Wasserschutzgebiete und ist als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Die Freien Wähler haben diese erschwerten Rahmenbedingungen in ihrem Konzept berücksichtigt. Deshalb auch die Forderung nach einem Tunnel. Denn im Gegensatz zu einer Überbrückung sei eine Untergrabung schonender für die Natur. Außerdem soll die Donauquerung außerhalb der Schutzgebiete verlaufen. Naturschützer sehen den Plan allerdings kritisch: „Der An- und Abtransport stellt eine erhebliche Belastung für Natur und Mensch dar“, so Georgine Müller vom Bund Naturschutz. Die vierte Donauquerung, eine Vision, die nicht nur positive Folgen mit sich bringen könnte. Anton Böhm von der SPD fordert deshalb frei nach den alten Römern: Egal was du planst, bedenke das Ende. Dann sollte schließlich auch Licht am Ende des Tunnels zu sehen sein.