Franziska-Prozess: Wilde Verfolgungsjagd mit mutmaßlichem Mörder

Ingolstadt (intv) Heute war der vierte Verhandlungstag im Prozess um die 12-jährige Franziska aus Möckenlohe, die im Februar vergangenen Jahres brutal missbraucht und getötet wurde. Vor dem Landgericht Ingolstadt haben unter anderem Polizeibeamte ausgesagt, die den 27-jährigen Stefan B. einen Tag nach der Tat festgenommen haben. Zuvor lieferten sie sich eine wilde Verfolgungsjagd. Der 27-Jährige war am 16. Februar vergangenen Jahres gegen 21 Uhr von Neuburg in Richtung Donauwörth unterwegs, als die Beamten auf das türkisfarbene Fahrzeug aufmerksam wurden. Als Stefan B. die Polizisten bemerkte, gab er Gas und beschleunigte auf 180 Stundenkilometer. Kurz nach Auchsesheim – einem Ortsteil von Donauwörth – hat der Verfolgte wohl seine aussichtslose Situation erkannt und ist stehen geblieben. Anschließend ist er mit erhobenen Händen aus dem Auto gestiegen und hat sich ergeben. Insgesamt waren vier Polizeistreifen an der Verhaftung beteiligt – die Beamten gaben heute bei ihrer Zeugenaussage an, dass Stefan B. ruhig und emotionslos gewirkt hat. Auch während der Verhandlung zeigt der Angeklagte keine Regung, er sitzt in gekrümmter Haltung auf der Anklagebank und fährt sich ab und an durch die Haare. Ein Polizeibeamter konnte sich auch daran erinnern, dass der mutmaßliche Mörder bei der Festnahme gelächelt habe. Dieses Verhalten bestätigte auch Landgerichtsarzt Dr. Hubert Haderthauer, der den Angeklagten untersucht hatte. Auch er gab an, dass Stefan B. in einer vollkommen unpassenden Situation gegrinst hätte. Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt.

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