Franziska Prozess: Gutachter sagt aus

Ingolstadt (intv) Prozessfortsetzung um die 12-jährige Franziska aus Möckenlohe. Die Öffentlichkeit wurde heute für das psychologische Gutachten ausgeschlossen. Der Grund: Es soll die Intimsphäre sowohl des Angeklagten als auch einiger Zeuginnen geschützt werden, die sexuellen Kontakt mit Stefan B. hatten. Die Zuschauer zeigten sich über dieses Vorgehen sichtlich verärgert, nichts desto trotz haben sie am heutigen Prozesstag einige neue Informationen über den Angeklagten erhalten. So hat Stefan B. insgesamt neun Eintragungen in seinem Vorstrafenregister, von 2004 bis heute. Darunter mehrfach wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie Körperverletzung, wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften stand er zwei Mal vor Gericht. Zu seiner Vergangenheit gab sein Anwalt Adam Ahmed eine öffentliche Erklärung ab. Demnach wuchs Stefan B. zunächst mit seinen Eltern und der Schwester in Egweil auf und wurde des Öfteren von seinem Vater geschlagen. 2002 haben sich seine Eltern getrennt. Seitdem hat die Mutter des Angeklagten die Erziehung übernommen und war dabei größtenteils überfordert, musste immer wieder Polizei oder Jugendamt einschalten. Nach der Hauptschule beginnt Stefan B. eine Bäckerlehre, bricht sie allerdings nach eineinhalb Jahren ab. Seitdem ist der Angeklagte – mit Ausnahme einiger kurzer Jobs – arbeitslos. Am Mittwoch neigt sich der Prozess langsam dem Ende zu – dann sollen Staatsanwaltschaft sowie Verteidigung ihre Plädoyers halten. Auch das geschieht allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.