Fräulein Brehms Tierleben: Charmekampagne für den Wolf im Rathaus

Pfaffenhofen (intv) Die gr0ßen Vier. So heißt eine Ausstellung, die im Rathaus von Pfaffenhofen zu sehen ist. Die großen Vier, das sind Bär, Wolf, Luchs und Mensch. Die sollen friedlich miteinander auskommen, statt sich gegenseitig ins Gehege. Das ist das Ziel der Europäischen Union, die heimische Raubtiere wieder ansiedeln will. Die Ausstellung vom Bildungswerk des Bund Naturschutz zeigt, worauf es dabei ankommt. Zur Eröffnung ging es dem Bürgermeister an den Kragen – und zwar mit Fangzähnen eines Wolfes. Dazu nimmt Schauspielerin Lydia Starkulla einen Knochenschädel des Raubtiers und hält dessen Gebiß genau an die Stelle am Hals von Bürgermeister Thomas Herker, an der der Wolf zubeißt. Freilich nur bei Beutetieren, nicht beim Menschen! Das ist Lydia Starkulla besonders wichtig. Ihr charmant-humorvoller Vortrag als Fräulein Brehm, die das Tierleben in altertümlicher Sprache mit moderner Powerpointpräsentation darstellt, soll ja Verständnis wecken, für den Wolf. Mit eindrucksvollen Fotos des Tierfilmers Sebastian Körner zeigt Starkulla, wie es der Wissenschaft gelungen ist, in Mecklenburg-Vorpommern Wölfe anzusiedeln. Der Landkreis Pfaffenhofen wäre als Lebensraum für Wölfe allerdings ungeeignet. Darin sind sich der Kreisvorsitzende der Jäger, Rudi Engelhard und der Kreisobmann des Bauernverbandes, Max Weichenrieder, einig. Weichenrieder spricht im Interview mit intv sogar von einem Wolfsangriff auf einen Jagdhund in Mecklenburg und von 3000 gerissenen Schafen in Italien. In Rumänien sollen seiner Darstellung nach Wölfe auch immer wieder Land- und Forstwirte bedrohen.