Fischereivereine in der Kritik: Ist Königsfischen Tierquälerei?

Ingolstadt (intv) Fischereivereine mussten bis vor Kurzem noch um die Tradition des Königfischens fürchten. Einem Verfahrensentscheid der Augsburger Staatsanwaltschaft nach, sei wettbewerbsmäßiges Fischen Tierquälerei. Nun wurde der Entscheid jedoch geändert. Besteht ein vernünftiger Grund für das Fischen, wie zum Beispiel die Tiere zu verspeisen, bleibt das Königsfischen straffrei. Dennoch sind Wettbewerbe unter Anglern, vor allem von Seiten der Tierschützer, scharf in die Kritik geraten. Sie sehen den Verzehr der Fische bei solchen Veranstaltungen als zweitrangig. Der Wettbewerbsgedanke stünde im Vordergrund, wodurch Königsfischen den Tatbestand der Tierquälerei eben doch erfülle.

Rudolf Winklmeier, Vorsitzender des Kreisfischereivereins Ingolstadt, sieht die Kritik der Tierschützer als übertrieben. Sein Verein veranstaltet bereits seit 95 Jahren ein Königsfischen. Hierbei ginge es jedoch vor allem um die Hege. Einige Fische müssten gezielt geangelt werden, zum Beispiel um Futterplätze für Karpfen zu schaffen. Dies im Rahmen eines Wettbewerbs zu machen stünde nicht im Widerspruch dazu, dass es sich dabei um Hege handelt. Zudem werde der Fisch hinterher verspeist. Es lägen somit vernünftige Gründe für die Veranstaltung vor. Tierschützer sollten sich seiner Meinung nach eher um andere Dinge kümmern. So werden durch die Turbinen der Staustufen jährlich mehrere Tonnen an Fisch getötet. So viele Fische könnten gar nicht in die Gewässer gesetzt werden, wie dadurch zu Tode kommen.