Fischaufstiegsanlage: Baufortschritt an der Staustufe

Ingolstadt (intv) Wo vor kurzem noch ein Radwanderweg an der Dammkrone entlang zur Ingolstädter Staustufe geführt hat, stehen derzeit Baumaschinen, es wird geschaufelt und betoniert. Was sich nach einem Eingriff in die Natur anhört, soll ihr stattdessen unter die Arme greifen. Denn damit die Fische der Donau die Staustufe ohne Gefahren umschwimmen können, wird ihnen eigens eine Treppe errichtet – eine sogenannte Fischaufstiegsanlage. Derzeit wird am Herzstück der Fischtreppe gebaut. Die Betonarbeiten an der technischen Aufstiegsanlage sind in vollem Gange, gerade wird die zweite Trennwand gegossen. Bauphase zwei ist erreicht, in den nächsten Tagen entstehen hier 26 abgestufte Betonbecken, die Treppen, mit deren Hilfe die Fische circa dreieinhalb Meter Höhenunterschied überwinden sollen. „Wir werden dafür 1.700 Kubikmeter Erdreich entnehmen und werden dann zur Schaffung der 26 Becken circa 650 Kubikmeter Beton einbringen, dafür brauchen wir zur Befestigung 130 Tonnen allein an Armierungsstahl, da ist sehr viel an Substanz, die eingebracht werden muss, um den technischen Teil der insgesamt sehr langen Fischaufstiegsanlage entsprechend gestalten zu können“, so Theodoros Reumschüssel, Sprecher E.ON Wasserkraft. Bauherr ist die Rhein-Main-Donau AG, ausgeführt wird das Projekt von E.ON, dem Betreiber des Wasserkraftwerks. In Kooperation mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Fischereibeauftragten von Oberbayern wurde eine möglichst naturnahe und fischgerechte Anlage konzipiert. „Vor allem der Huchen, aber auch der Frauennervling, der Streber, der Kaulbarsch, das sind typische Donaufische, für die diese Kraftwerkstufen passierbar werden. Die Rhein-Main-Donau AG investiert hier 1,2 Millionen Euro“, betont Pressesprecher Jan Kiver. Wichtig ist, dass der Aufstieg nicht zu steil ist. Die einzelnen Kaskaden dienen den Fischen gleichzeitig als Fluchtraum mit Ruhezonen, das Angeln ist an der Fischwanderhilfe selbstredend verboten. Im nächsten Bauschritt wird ab Oktober eine zwei Meter breite Schneise zum Entwässerungsgraben gerodet, dort wird dann das Raugerinne eingebracht. Bis Anfang 2015 soll die Fischtreppe fertiggestellt sein.