Finanzskandal: Bistum Eichstätt informiert

Eichstätt (intv) Großer Medienrummel am Dienstagmittag in Eichstätt: Das Bistum hatte zur Pressekonferenz geladen. Es ging um einen echten Finanzskandal. Denn ein ehemaliger Mitarbeiter soll knapp 50 Millionen Euro bei ungesicherten Immobiliengeschäften in den USA verloren haben. Die Kirche bemerkte das fehlende Geld erst später.

Ein Mitarbeiter des Bistums soll zwischen 2014 und 2016 31 Darlehen an US-Amerikanische Projektgesellschaften vergeben haben, die im Bereich der Immobilienentwicklung tätig sind. Die Gelder stammen aus dem Vermögenshaushalt, also den Rücklagen des Bistums Eichstätt. Das Bistum hat Anzeige erstattet. Der Vorwurf: Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr. Inzwischen wurden er und ein Projektentwickler im Immobilienbereich festgenommen.

Der betroffene Mitarbeiter hatte eine leitende Funktion innerhalb der Finanzkammer. Rechtsanwalt Ulrich Wastl gibt klar zu verstehen, dass das Bistum Eichstätt das Opfer ist, nicht der Täter. Bischof Gregor Maria Hanke hatte 2015 eine Transparenzoffensive gestartet, um den Vermögenshaushalt des Bistums zu prüfen. Im Mai 2016 sind die Wirtschaftsprüfer das erste Mal auf Ungereimtheiten gestoßen.

Bisher hat das Bistum mit dem Vier-Augen-Prinzip gearbeitet. Genau das ist nach Rechtsanwalt Wastl auch der Fehler des Bistums. Das hat zu viel vertraut, zu wenig kontrolliert. Ab Anfang April wird Florian Bohn der neue Finanzdirektor der Diözese Eichstätt sein. Er wird ab Herbst 2018 das Diözesanvermögen verwalten: Florian Bohn übernimmt zunächst Anfang April die Leitung der Hauptabteilung Finanzkammer, Bau und technische Dienste. Ab 1. Oktober soll er außerdem zum Diözesanökonom ernannt werden. Gemäß dem Kirchenrecht verwaltet der Ökonom das Diözesanvermögen.