Festgenagelte Ministerin beim Polderdialog in Münchsmünster

Münchsmünster (intv) Bürgermeister Andreas Meyer stand als erster auf der Bühne. Vor ihm der Bürgersaal im Gasthaus Rauscher, mit etwa 300 Zuhörern bis auf den letzten Platz besetzt. Er wünsche sich eine sachliche Diskussion, ohne verbale Eskalation. Dazu war es laut Pressemeldungen in anderen Gemeinden wohl gekommen. Der Freistaat Bayern plant an insgesamt zwölf Standorten entlang der Donau so genannte Polder. Riesige Flächen, die im Fall eines Hochwassers geflutet werden sollen. Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf stellt sich an jedem einzelnen geplanten Standort der Diskussion. In Münchsmünster sagte sie wörtlich, sie lasse sich hier festnageln. Auf die Zusage, dass der Freistaat alle Schäden übernimmt, die durch den Bau des Polders entstehen sollten. Heinz Hehl von der Interessengemeinschaft der Landwirte und Grundbesitzer (IgeL) hatte diese Frage direkt an die Ministerin gestellt. Die Bauern fürchten, dass ihre Felder bei einem Hochwasser nach einer absichtlichen Flutung mit Schadstoffen verseucht sein könnten. Außerdem werde der Druck auf den Grundwasserpegel noch stärker erhöht. Diese Sorge quält die Hausbesitzer, die heute schon mit feuchten Kellern zu kämpfen haben. Auch Landrat Martin Wolf und der Vohburger Bürgermeister äußerten sich gegen die Pläne des Freistaats. Die verteidigte die bayerische Umweltministerin im Interview mit intv.