Feierstunde hinter Gittern: 25 Jahre Jugendvollzugsanstalt Neuburg-Herrenwörth

Neuburg a.d. Donau (intv) Es klingt paradox: Ein Tag der offenen Tür in der Jugendvollzugsanstalt. Genau das ist allerdings morgen im Gefängnis Neuburg-Herrenwörth der Fall. Anlass ist das 25-jährige Jubiläum der JVA. Was sich in einem Viertel Jahrhundert im Jugendstrafvollzug verändert hat – wir haben einen Blick hinter Sicherheitszäune, Mauern und Gitterstäbe riskiert, denn wann hat man schon die Gelegenheit dazu? – Nicht oft: Erst drei Mal öffnete die JVA Neuburg-Herrenwörth ihre Pforten für die Öffentlichkeit. Heute erneut. Von Haftzelle bis Freigangsgelände, die geladenen Gäste bekamen auf einem Rundgang einen Eindruck vom Alltag in der Jugendvollzugsanstalt. Der Resozialisierungsgedanke steht hier klar im Vordergrund: „Wir haben eine Vielzahl von Handwerksbetrieben, wir bieten eine breite berufliche Ausbildung, wir haben 18 Handwerksmeister vom Schreiner bis zum Schlosser. Und wir bieten den Häftlingen Therapieangebote, vor allem für diejenigen, die Probleme mit Gewalt haben, aber auch für Sexualstraftäter“, erklärt Anstaltsleiter Ernst Meier-Zimmermann.

In den Anfängen war Überbelegung an der Tagesordnung, heute sind hier 156 männliche Häftlinge im Alter zwischen 14 und 21 in Einzelzellen untergebracht, Kapazität besteht für 187 Straftäter. Seit 2008 hat kein Ausbruch mehr stattgefunden. „Heute ist das Gefängnis keine Endstation, sondern vielmehr die zweite Chance zurück ins Leben“, so Anstaltsleiter Ernst Meier-Lämmermann. Für ihn hat sich in 25 Jahren Jugendstrafvollzug einiges getan.

Für OB Gmehling war der Besuch nicht das erste Mal hinter Gittern, als Richter ist er hier oft ein- und ausgegangen. Landrat Roland Weigert dagegen sah Gefängnismauern heute zum ersten Mal von innen. Er könne sich einen dreitägigen Aufenthalt in der Zelle vorstellen, aber nur zusammen mit Karl Straub, Landtagsabgeordneter und Mitglied im Anstaltsbeirat. Für die Musikalische Umrahmung beim Festakt sorgte die Bläsergruppe „Gitterklang“. Zur Feierstunde wurden auch Mitarbeiter für ihren 25-jährigen Dienst und ihre Arbeit von Beginn an geehrt.