FC Ingolstadt 04 baut Tabellenführung aus

Ingolstadt (intv) Der FC Ingolstadt 04 hat seine Tabellenführung in der Zweiten Bundesliga weiter ausgebaut. Mit einem 1:0 (1:0)-Heimsieg im Spitzenspiel gegen Aufsteiger FC Heidenheim beträgt der Vorsprung auf Verfolger Düsseldorf für die Schanzer nun bereits fünf Punkte. Der vierte 1:0-Sieg in Folge – die FC 04-Minimalisten enteilen der Konkurrenz in kleinen, aber sehr effektiven Schritten, bleiben mit den Füßen aber trotz zahlreicher Vereins-Bestmarken auf den Boden. „Die erste Hälfte war einfach nur Klasse, das war das Beste was meine Mannschaft in dieser Saison gezeigt hat. Aber jeder will ganz oben stehen, das heißt natürlich, dass der Druck auch immer stärker wird. Zumindest haben wir jetzt einen Vorsprung, so dass Düsseldorf am kommenden Freitag noch mehr Druck hat als wir, wenn Sie aufschließen wollen“, so Trainer Ralph Hasenhüttl, dem nach dem vierten Heimsieg und angesichts der saisonübergreifenden Serie von 15 ungeschlagenen Spielen die Lust und Last eines Tabellenführers nach dem Spiel ins Gesicht geschrieben war. Irgendwo zwischen Faszination und Ratlosigkeit wegen der eigenen Dominanz versuchte der Trainer die nächsten 90 gewonnenen Minuten einzuordnen – bei all den neuen Vereins-Bestmarken kein leichtes Unterfangen, was dem sympathischen Österreicher mit einigen „Durchschnaufern“ auch anzumerken war. „Heidenheim hat gezeigt, dass sie ein sehr starker Gegner sind. Aber wir haben uns in Hälfte Zwei mit allem was wir haben reingehauen, und das zeichnet uns momentan auch aus“, so Hasenhüttl über ein Spitzenspiel, das so am elften Spieltag wohl niemand auf dem Zettel hatte. Heidenheim konnte den Aufstiegsschwung mit in Liga Zwei nehmen, stellt die beste Torfabrik der Liga – die allerdings auswärts nicht richtig zünden will. Auf fremden Platz noch ohne Sieg, eine Statistik, die die Mannschaft des gebürtigen Heidenheimers Frank Schmidt in Durchgang Eins mit reiner Konter-Taktik ändern wollte – allein es blieb beim Versuch. Denn die Hausherren – zum neunten Mal in Folge mit derselben Startelf – ließen sich auch vom frühen Ausfall von Stefan Lex nach 13 Minuten nicht aus dem Konzept bringen. Am Ende standen 67 Prozent Ballbesitz – natürlich ebenfalls Saisonbestwert, gegen in Hälfte Eins viel zu passive Aufsteiger. Chancen trotz drückender Überlegenheit zwar Mangelware, aber kurz vor der Halbzeit war es dann doch soweit, das 1:0 natürlich durch den Matchwinner vom Dienst: Lukas Hinterseer. Zum dritten Mal in Folge markiert der Österreicher das entscheidende Tor des Tages und setzt sich mit fünf Treffern auch an die Spitze der internen Torjägerliste. Danny da Costa setzt sich über rechts durch, seine flache Hereingabe legt der für Lex eingewechselte Moritz Hartmann mit viel Übersicht ab, und Hinterseer schiebt gegen sämtliche Laufrichtungen mit Übersicht flach ins rechte Eck ein (41.) – die hochverdiente Führung für klar überlegene Ingolstädter.

Heidenheims Trainer Schmidt, der den FCH von der Oberliga bis ins Bundesliga-Unterhaus geführt hat, fand in der Kabine anscheinend die richtigen Worte, denn die Gäste in Hälfte Zwei nun deutlich mutiger, aber vor allem Morabit vergab aus vier Metern die beste Gelegenheit zum Ausgleich (50.).

Mit 67 Prozent Ballbesitz und 22:7 Torschüssen unterm Strich aber ein verdienter Heimsieg für erneut läuferisch und auch kämpferisch überzeugende Schanzer – was auch immer besser ankommt.

9 156 Zuschauer sind ebenfalls neuer Saison-Bestwert und auch die Stimmung im Audi Sportpark wird langsam zweitliga-reif. „Wie uns das Publikum unterstützt hat, und bei jedem Zweikampf angefeuert hat, das war schon der Wahnsinn“, freute sich auch Hasenhüttl, der mit dem Schanzer Höhenflug die Ingolstädter Zuschauer aus ihren Dornröschenschlaf aufgeweckt zu haben scheint.