Faszination Prinzenbrunnen

Ingolstadt (intv) „Prinz-Heinrich-Straße“, „Prinz-Leopold-Straße“ – das Wohngebiet südlich des Ingolstädter Hauptbahnhof erinnert an die letzten Blaublüter im Königreich Bayern. Gebaut für die Mitarbeiter an der wachsenden Bahn-Infrastruktur in den 1920er Jahren ist das sog. Prinzenviertel seit 1990 im Verwaltungsgebiet der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft. Natürlich hat sich das Erscheinungsbild an heute geltende Standards angepasst, alte Häuserzüge wurden durch neue ersetzt, ein gewisser Charme lässt sich nicht abstreiten, schließlich ist die Fluktuation bei den Mietern gering, die Gärten und Balkone sind schon in diesen ersten Frühlingstagen mit Hingabe gepflegt. Die Außenanlagen wurden mit Spielplätzen ergänzt und auch Kunst am Bau hat Einzug gezogen. Mit dem Prinzenbrunnen ist dem Schrobenhausener Künstler Richard Gruber ein gestalterischer Coup gelungen, der auch fast 10 Jahre nach Entstehen nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Das Märchen vom Froschkönig ein wenig variiert: Nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach wird der grüne Kaltblüter zum Menschen. Einen Werdungsmoment hat Richard Gruber festgehalten, es zeigt den Frosch-Mensch-Jüngling Aug in Aug mit der jungen Frau, die offensichtlich die Märchenprinzessin sein muss, aber wie ein bürgerliches Mädchen wirkt, das sich am Leben erfreut – und die Deutung renommierter Märchenforscher berücksichtigend – mit Neugier der Liebe harrt, die sich dann ja – folgt man dem Verlauf des Märchens – auch einstellt. Ein kleines und feines Kunstwerk geschaffen für ein Traditionsviertel im Süden von Ingolstadt.

 

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