Fassungslos: der Tag nach dem Unglück in Waidhofen

Waidhofen (intv) Fassungslos, betroffen, traurig. Die Gemeinde Waidhofen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen steht unter Schock. Beim Faschingsumzug am Sonntag ist eine 24-Jährige von einem Wagen überfahren und getötet worden.

Laut Polizei ist die junge Frau als Sicherheitsbegleiterin neben dem Faschingswagen gelaufen. Wie es gegen 15 Uhr an der Kirche zu dem schweren Unglück kam, ist noch unklar. Stefan Martin vom Kriseninterventionsdienst Neuburg-Schrobenhausen war gestern als Helfer vor Ort.

„Da war dann ein Mann in Verkleidung, der lief schreiend hinter dem Gebäude, hat dagegen getreten. Er war schwer traumatisiert. Wir haben ihn mit zwei Feuerwehrleuten in die Halle gebracht und runtergeholt. Der Fahrer des Wagens war auch im Feuerwehrgebäude. Wir haben versucht zu gucken, ob Verwandte da sind. Das Zusammenzuführen in einem Gebäude ist ganz schwierig, weil gerade im Anfangszustand ist das total chaotisch. Keiner weiß, dass da ein Betreuungspunkt ist. Wir versuchen zu lokalisieren, wie geht’s den Leuten und sagen ihnen, da ist ein Betreuungspunkt, geht da bitte rein. Da sind Leute, die sich um euch kümmern.“, erzählt Martin.

Landrat Roland Weigert ist am späten Sonntagnachmittag noch nach Waidhofen geeilt und hat zusammen mit Einsatzkräften und Angehörigen an einer Andacht in der Pfarrkirche teilgenommen. Der Veranstalter des Umzugs, die Faschingsgesellschaft Partaal-Au Waidhofen meldete sich in einem Facebook-Post zu Wort:

„Wir sind fassungslos. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt der Familie und allen Freunden der Verstorbenen. Wir bedanken uns bei allen Helfern vor Ort. Wir sind sehr dankbar für eure Unterstützung.“

Alle Auftritte für die letzten Faschingstage hat der Verein abgesagt. Auch das Faschingstreiben auf dem Schrobenhausener Lenbachplatz am Dienstag findet nicht statt.

„Uns sind bestimmt ganz viele durch die Finger geglitten, die den Unfall gesehen haben. Auch mit Kindern, die dann nach Hause gegangen sind. Es gibt bestimmte Reaktionen, die jetzt danach auftreten. Aufwachen in der Nacht, schlechte Träume, man kann nicht mehr in die Schule gehen, man ist in sich gekehrt, fängt an zu weinen. Darüber reden ist ganz wichtig. Am besten ist, wenn man auf die Leute zu geht und fragt, wie geht’s dir, was hast du gesehen?“, erklärt Stefan Martin.

Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung bei einem Verkehrsunfall. Bis genau geklärt ist, wie es zu dem tragischen Unglück kommen konnte, werden aber noch viele Wochen vergehen.