Fairer Handel: 30 Jahre Eine-Welt-Laden Schrobenhausen

Schrobenhausen (intv) In den 1970-er Jahren entstand in Deutschland die „Aktion Dritte-Welt-Handel“. Das Ziel: Gerechte Handelsbeziehungen zwischen Industrienationen und so genannten Entwicklungsländern. Heutzutage gibt es rund 800 Weltläden in Deutschland. Einer davon steht am Schrobenhausener Lenbachplatz und darf dieses Jahr seinen 30. Geburtstag feiern.

„Angefangen hat damals alles mit einer Gruppe von Lehrern und Schülerinnen“, erinnert sich Georg Greif, der als langjähriges Mitglied in der Eine-Welt-Gruppe Schrobenhausen tätig ist. Die Idee, das Unterrichtsthema „Dritte Welt“ mit einem Ladengeschäft in die Tat umzusetzen, hat sich bewährt. Anfangs war der Shop noch eine Art vergrößerter Büroraum und befand sich am Stadtwall, später zog der „Dritte-Welt-Laden“ in die Regensburger Straße um. Der ideale Standort ergab sich vor zehn Jahren; seitdem ist das Geschäft direkt am Lenbachplatz zu finden, nur ein paar Schritte vom Rathaus entfernt.

Heute besteht der Verein aus rund 100 Mitgliedern. Fast ein Drittel davon betätigt sich ehrenamtlich im Laden: als Verkäufer, im Büro oder beim Wareneinkauf. „Wir haben einen Ladenplan, in den sich jeder einträgt, wie es ihm oder ihr zeitlich gerade passt“, so Vorsitzende Evelyn Theunert. Eine Verkaufsschicht umfasst zwei Stunden. Und auch wenn die Zeiteinteilung reibungslos läuft, so empfängt die Eine-Welt-Gruppe jeden Interessierten mit offenen Armen: „Wir würden uns auch wieder mehr junge Mitarbeiter/innen wünschen, so wie in der Anfangszeit“, sagt Theunert.

Seit damals hat sich auch die Produktpalette weiterentwickelt. Schmuck und Kunsthandwerk, Mode-Accessoires und Glückwunschkarten gibt es mittlerweile in den Eine-Welt-Läden. Die Herkunft: Thailand, Nepal, Südamerika und viele afrikanische Staaten, wie Swasiland oder der Senegal. Die Kernprodukte sind weiterhin Lebensmittel wie Kaffee oder Tee. Gerechte Löhne und langfristige Arbeitsverträge – nur einige der Kriterien für fair gehandelte Produkte, so Geschäftsführerin Regina Schneider: „Unsere Partner sind auch zu sozialen Projekten verpflichtet – es gibt dort Schulen, eine funktionierende Altersversorgung und ein Gesundheitswesen.“ Ein absolutes Verbot besteht in Sachen Kinderarbeit. Darüber wachen Importorganisationen wie GEPA, dwp oder El Puente, von denen die Weltläden einen Großteil ihrer Produkte beziehen. Andere Quellen finden sich auch in der Region: So ist der Aichacher Familienbetrieb „Swazi Art“ ebenfalls Lieferant für den Schrobenhausener Eine-Welt-Laden.

Das Geschäft ist am Lenbachplatz zu finden, nur wenige Schritte vom Rathaus entfernt. Die Öffnungszeiten sind im August auf 10 bis 13 Uhr begrenzt, ab September dann wieder regulär von 10 bis 18 Uhr.