Ex-Wirtschaftsminister Wiesheu sieht Energiewende in der Sackgasse

Ingolstadt (intv) An sich setzt er auf Pünktlichkeit – doch die Baustellen auf der A9 verursachen gerade zu Stoßzeiten den einen oder anderen Stau. Da ist auch ein ehemaliger Wirtschaftsminister nicht gefeit. So kam Otto Wiesheu gestern abend mit 20 Minuten Verspätung nach Ingolstadt, wo er vor dem Wirtschaftsbeirat eine Einschätzung der wirtschaftlichen Lage gab. Die Aktivitäten in Sachen Autobahn-Infrastruktur schreiten voran, sagt er und zählt ohne zu stocken die aktuellen Groß-Baustellen auf. Überhaupt setzt er die Entwicklungen in Beziehung. Die PKW-Maut brächte zwar nur 600 Millionen Euro, fließe aber direkt in den Verkehrshaushalt, anders als die LKW-Maut, die letzendlich weitgehend in andere Kanäle fließen würde

Die eine oder andere Korrektur hält er auch für die Energiewende angebracht. Als Fehler sieht er die abrupte Abkehr von der Kernenergie, jetzt herrsche ein Aktionismus mit Zielrichtung Sackgasse. Statt Breitenförderung der eneuerbaren Energien wäre mehr Forschung in Sachen Speichertechnologien angebracht. Jetzt müssten zur Grundlast wieder Braunkohle und Erdgas herhalten, die entgegen der Zielsetzung wieder mehr Co² Belastung mit sich brächten. An seiner Sympathie für die Kernkraft hält Otto Wiesheu fest. Abkehr ja – aber erst wenn die erneuerbaren Energien effektiv und verlässlich nutzbar sind, so seine Alternative, die letztendlich auch die Mehrzahl der etwa 60 Gäste teilen.