Es geht um mehr als um die Wurst

Ingolstadt (intv) Der Beruf des Metzgers gilt bei jungen Menschen als unbeliebt. Das macht es besonders schwierig, Auszubildende zu finden. Dabei geht es in dem Beruf um viel mehr als um die Wurst. Ein Besuch in der Metzgerei Geyer in Ingolstadt.

Auszubildender Peter Beyer zerlegt den Schenkel einer Muttersau. Dazu braucht er Kraft. Sein erstes Lehrjahr zum Metzger ist so gut wie vorbei. Das Zerlegen der Fleischstücke gefällt ihm am besten an seinem Beruf. Wenn Peter sagt, er wird Metzger, kommt das in seinem Freundeskreis ganz gut an. Manch einer reagiert aber auch mit Abstand zum „blutigen“ Beruf.

Mit Blut hat der Metzgerberuf heute weniger zu tun. Das Schlachten gehört in der Stadt nur noch zur theoretischen Ausbildung. Geht es nach Metzgermeister Hans Beyer, sollte ein Metzger diese Eigenschaften haben: früh aus dem Bett kommen, Kraft, Fingerspietzengefühl und Schnelligkeit. Er selbst lässt gern seiner Kreativität freien Lauf. Zum Beispiel beim Wursten, wenn er mit den Gewürzen spielen kann.

Kreativ ist auch Karoline Dering, wenn sie die Bratensülzen macht. Eine von vielen Aufgaben der Auszubildenden zur Fachverkäuferin im Bereich Fleischerei. Der direkte Kontakt zu Kunden beim Verkauf gefällt ihr aber am besten. An die Gerüche in der Metzgerei musste sich Karoline erst einmal gewöhnen. Die gehören nunmal dazu, genauso wie der Umgang mit rohem Fleisch.

Die Auszubildenden in der Metzgerei Geyer sind stolz auf ihren Beruf. Fachkräftemangel ist hier im Moment kein Thema. Die Bewerbungen fürs nächste Ausbildungsjahr sind auch schon da. Ein positives Beispiel für eine unbeliebte Branche.