Erste Flüchtlinge in Schrobenhausen eingetroffen

Schrobenhausen (intv) Rund drei Wochen früher als geplant hat die Stadt Schrobenhausen auf die aktuelle Asylproblematik in Bayern reagieren müssen: Die ersten Flüchtlinge kamen bereits gestern an. 28 Menschen aus Afghanistan bezogen im Lauf des Montags ihr Notquartier in der Stadthalle. Diese war in den letzten zwei Wochen zum behelfsmäßigen Aufnahmelager umfunktioniert worden, denn das Containerdorf an der Bürgermeister-Götz-Straße ist noch im Entstehungsprozess. Ab Anfang August sollen dort bis zu 100 Menschen in Wohncontainern Platz finden.

In der Stadthalle hat das Landratsamt mehrere mit Bauzäunen abgeteilte Quartiere eingerichtet. Diese sind mit neuen Betten und Spinden ausgestattet. Toiletten und Waschmöglichkeiten gibt es vor Ort, geduscht wird vorübergehend in den Sanitäranlagen des rund 100 Meter entfernten Sportgeländes. Die Verpflegung übernimmt der Küchenservicedienst des Kreiskrankenhauses.

Betreut werden die Neuankömmlinge durch zahlreiche ehrenamtliche Helfer, die sich bereits in den vergangenen Monaten auf das Eintreffen der Asylbewerber vorbereitet hatten. „Zum Beispiel der Helferkreis Präsenz, der in den kommenden Tagen laufend vor Ort sein wird, um auf die wichtigsten Bedarfe einzugehen“, sagt Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU). Auch eine Spielecke haben die Bürger eingerichtet. Die Kinder des AWO-Kindergartens Drei Linden sowie die Schrobenhausener Kolpingkinder haben die Halle mit bunten Willkommens-Bildern dekoriert.

Bürgermeister Stephan hatte am Montagvormittag die erste afghanische Familie persönlich willkommen geheißen. Der 17-jährige Navid erzählt von der Flucht, die er mit seinen Eltern und zwei Geschwistern hinter sich hat: „In unserer Heimat herrscht ja Krieg, zudem wurden wir durch die Taliban bedroht. Wir sind dann über den Iran und Ungarn nach Deutschland gekommen, weil dies ein sehr angesehenes Land für viele Afghanen ist.“

Navid spricht persisches Dari, etwas Englisch und sogar schon ein paar Worte Deutsch. Für den Rest sorgt eine Übersetzerin – ein glücklicher Zufall für Schrobenhausen: „Mein Mann ist Chefarzt am Kreiskrankenhaus und hat mich darauf angesprochen“, sagt Jasmin Schreiber, die selbst afghanische Wurzeln hat.

Insgesamt sind im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen derzeit rund 510 Asylbewerber untergebracht, davon 430 in der Gemeinschaftsunterkunft in Neuburg. Die restlichen Flüchtlinge konnten bereits auf Umlandgemeinden verteilt werden. Wöchentlich sollen etwa 15 weitere Asylbewerber eintreffen.

Für die Öffentlichkeit organisiert die Stadt Schrobenhausen kommenden Montag einen Infoabend zum Thema Asyl. Dieser findet ab 19 Uhr im Pfarrsaal St. Jakob statt. Aktuelle Informationen zu den ehrenamtlichen Helferkreisen gibt es unterdessen bei der ARGE Silberne Raute unter Telefon 08252-8800157sowie auf der Seite der Bürgerwerkstatt Schrobenhausen.