Ereignisreicher Tag am Landgericht Ingolstadt: Urteil im Entenjagd-Prozess

Ingolstadt (intv) Am Landgericht Ingolstadt ist heute ein ereignisreicher Tag zu Ende gegangen.
Dabei standen gleich zwei Prozesse im Mittelpunkt: Beim sogenannten „Samuraischwert-Prozess“ sollen vier Angeklagte einen Mann in seinem Haus brutal überfallen haben. Das Kuriose: Das Opfer wehrte sich damals mit einem Samuraischwert. Während sich diese Verhandlung wohl noch ein paar Wochen hinziehen wird, ging ein anderer Prozess heute zu Ende. Im Verfahren um die tödliche Entenjagd in Geisenfeld wurde heute das Urteil verkündet. Das Landgericht Ingolstadt hat den angeklagten Siegmund B. zu einer Geldstrafe von rund 16.000 Euro verurteilt – entgegen der Ausführungen seines Verteidigers, der Freispruch für den 70-Jährigen gefordert hatte. An Silvester 2013 war eine Jagdgesellschaft auf einem Weiher bei Geisenfeld unterwegs, als ihr Boot plötzlich kenterte – zwei Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Richter Konrad Riedl ist davon überzeugt: Der Angeklagte habe als Weiher- und Bootsbesitzer seine Sorgfaltspflichten verletzt. So hätten im Boot Rettungsmittel vorhanden sein müssen, außerdem seien die Sicherheitsbelehrungen vor der Jagd lückenhaft gewesen. „Der Angeklagte hat die Gefahr in dem Moment nicht wahrgenommen“, so Riedl. Er wurde deshalb wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.
Das Amtsgericht Pfaffenhofen hat den Jagdpächter bereits in erster Instanz zu einer Geldstrafe von knapp 20.000 verurteilt, Siegmund B. legte aber Berufung ein.