ERCI im Playoff-Finale

Ingolstadt (intv) Im fünften Halbfinal-Anlauf hat es endlich geklappt: der ERC Ingolstadt steht im Playoff-Finale um die Deutsche Meisterschaft. Mit einem 5:3-Erfolg im sechsten Halbfinal-Duell konnten sich die Panther am Sonntag-Nachmittag unterm Strich auch absolut verdient gegen die Hamburg Freezers durchsetzen.

Nach Titelverteidiger Berlin und dem Hauptrunden-Zweiten Krefeld wurde die Mannschaft von Niklas Sundblad auch gegen die beste Hauptrunden-Mannschaft ihrer Rolle als Favoritenschreck auf beeindruckende Art und Weise gerecht. Auf eigenem Eis blieb der ERCI in den Playoffs sogar unbesiegt und kann nun gegen den Titelfavoriten Kölner Haie weiterhin unbefreit in der Rolle des Underdogs für Furore siegen.

Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte hat viele Namen und Gründe: eine kompakte, disziplinierte Abwehrarbeit mit einem starken Torwart Timo Pielmeier, das nötige Scheibenglück in der Offensive mit dem besten Playoff-Scorer Thomas Greilinger und den besten Playoff-Torschützen Turnbull und Laliberte und vor allem einen ruhenden Pol auf der Trainerbank, Niklas Sundblad.

Als Hauptrunden-Neunter gefielen sich die Panther außerdem in der Rolle des Underdog, die man auch am Sonntag-Nachmittag gegen Hamburg erfolgreich ausfüllte.

Die Mannschaft von Benoit Laporte galt für viele Experten als heißer Titelkandidat, doch auch nach dem Anschluss-Sieg zum 2:3 in der Best-of-Seven-Serie standen die Vorzeichen für die Freezers alles andere als günstig, denn der letzte Sieg der Hamburger in Ingolstadt ist über drei Jahre alt.

Diese pechschwarze Serie galt es zu knacken und der Anfang auch durchaus vielversprechend: bereits in der fünften Spielminute konnte Festerling einen Abpraller von Kevin Schmidt zur frühen Gäste-Führung abstauben.

Doch die Antwort des ERC folgte prompt und zwar gleich im Doppelpack: Christoph Gawlik konnte sich an der Hintertorbande durchsetzen und per Bauerntrick ins kurze Eck ausgleichen (8.) und nur 25 Sekunden später erzielte Michel Periard von der blauen Linie an Freund und Feind vorbei die Führung für die Hausherren. In nur 25 Sekunden das Spiel gedreht und das Tor zum Finale weit aufgeschlagen.

Und es sollte noch besser kommen. Denn im Mittelabschnitt besorgte nach schöner Vorarbeit von Jeglic und Ross Robert Sabolic das 3:1 (35.). Doch der Jubel über die vermeintliche Vorentscheidung war nur 21 Sekunden später schon wieder verstummt, Adam Mitchell fälscht unhaltbar für Pielmeier aus kurzer Distanz zum 3:2-Anschluss ab.

Hamburg zwar optisch mit leichten Vorteilen, aber ohne die gesperrten Führungsspieler Wolf und Westcott die Freezers im Spielaufbau zu oft zu schlampig, mit leichtfertigen Scheibenverlusten und im Abschluss ohne Durchschlagskraft. Ganz anders die Gastgeber. Der ERC lauerte auf Konter und im Schlussdrittel wurde einer der zahlreichen unnötigen Scheibenverluste der Gäste eiskalt bestraft: John Laliberte nutzte die Freiheiten bei einem schlechten Wechsel der Freezers eiskalt aus und zimmerte den Puck in den rechten Winkel – Gästekeeper Caron chancenlos (43.) und der ERC erneut zwei Tore vorn.

Aber die Gäste bewiesen bei allen spielerischen Mängel über die vollen 60 Minuten Moral und die wurden knapp zwei Minuten vor Schluss erneut belohnt. Mit einem Mann mehr auf dem Eis konnte Thomas Oppenheimer eine gelungene Kombination zum 4:3 abschließen – die Gäste erneut zurück im Spiel.

Doch 73 Sekunden vor Schluss machte der beste Panther-Playoff-Torschütze endgültig den Deckel drauf. Von Oblinger bedient machte Travis Turnbull per empty-net-goal alles klar und mit dem vierten Sieg im Halbfinale ziehen die Panther zum allerersten Mal – passend zum 50-jährigen Vereinsjubiläum – ins Playoff-Finale ein.

Dort wartet ab Donnerstag der Vorjahres-Finalist, achtmalige Deutsche Meister und Titel-Topfavorit Kölner Haie – aber in Sachen Favoriten-Schreck ist der ERC ja geübt und gegen den Ex-Verein von Trainer Niklas Sundblad ist für diese Panther alles möglich.