ERC feiert Befreiungsschlag gegen Köln

Ingolstadt (intv) Dem ERC Ingolstadt ist am Freitag-Abend im Kampf um die Playoffs ein überraschender Befreiungsschlag geglückt. Mit einem stark ersatzgeschwächten Kader – Trainer Niklas Sundblad standen nur drei Angriffsreihen zur Verfügung – konnten die Panther einen 7:4-Heimsieg gegen die Kölner Haie feiern. Gegen die mit Abstand beste Abwehr der Liga funktionierte vor allem das zuletzt schwächelnde Powerplay der Ingolstädter wieder bestens: vier Tore erzielte der ERC in Überzahl.

Den Anfang machte Alexander Oblinger bereits nach etwas mehr als drei gespielten Minuten, als er eine perfekte Vorlage von Robert Sabolic beherzt zum 1:0 vollstreckte. Die Reihe Oblinger, Sabolic und Jeglic an diesem Freitag-Abend vor gut 4 100 Zuschauern allein das Eintrittsgeld wert.

Zwar konnte Charlie Stephens kurz vor Drittelende nach einem guten Gästekonter den Ausgleich markieren (19.), aber gegen eine sehr kompakte ERC-Abwehr kam die Mannschaft von Uwe Krupp nie wirklich ins Spiel und vor allem die gefürchteten Tempogegenstöße konnten die Ingolstädter schon im Ansatz stoppen – und es wurde quasi aus allen Lagen auf das Tor von Danny aus den Birken abgefeuert.

Der verdiente Lohn: das 2:1 in doppelter Überzahl durch Michel Periard gleich zu Beginn des Mittelabschnitts (22.). Köln geschockt – Ingolstadt legte nach, und das erneut mit einem Mann mehr auf dem Eis. Derek Hahn behält mit einem Querpass die Übersicht, Tim Conboy bedankt sich mit dem 3:1 (30.).

Und spätestens jetzt brachen alle Dämme. Die Haie frustriert und undiszipliniert, was der ERC vor den Augen des neuen Sportdirektors Jiri Ehrenberger und Bundestrainer Pat Cortina endlich auch effektiv zu nutzen wusste. Greg Classen – ausgerechnet der Ex-Kölner – zeigte bei einem Konter allein vor dem Torwart endlich einmal keine Nerven – 4:1 für Ingolstadt (35.).

Fast schon zum guten Gastgeber-Ton gehörte der nächste Gegentreffer, wieder einmal gegen Drittelende, Philip Riefers verkürzte auf 4:2 (39.), worauf die Panther im Schlussdrittel aber erneut die passende Antwort fanden. Die „Reihe des Tages“ machte auch den Heimsieg perfekt, Robert Sabolic (46.) und Alexander Oblinger (47.) – die beiden auffälligsten Akteure des Abends – besiegelten mit einem Doppelschlag den ERC-Befreiungsschlag im Kampf um die Playoffs.

Zwar konnten Kölns schwedischer Neuzugang Mika Hannula (51.) und Björn Krupp (57.) noch einmal auf 6:4 verkürzen, richtig spannend wurde es aber nicht mehr und Travis Turnbull machte 21 Sekunden vor Schluss mit einem technischen Tor (Turnbull wurde allein vor dem leeren Haie-Tor gefoult) zum 7:4-Endstand alles klar.

Unterm Strich gerade aufgrund der Ausfälle eine vor allem kämpferisch beeindruckende Vorstellung, die leider von den ERC-Ultras noch nicht belohnt wurde. Das Herz der Fankurve verweigerte der Mannschaft über die kompletten 60 Minuten die Unterstützung. Der Frust über die letzten Wochen sitzt offenbar noch tief, die Chance zu einem Neuanfang in der entscheidenden Saison-Phase wurde somit leider nicht genutzt – ein 7:4 gegen einen Titelfavoriten wäre dabei ein perfekter Zeitpunkt gewesen.