„Er hat mein ganzes Leben zerstört“

Ingolstadt (intv) Es war kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres, als in Ingolstadt eine Frau von ihrem türkischen Ehemann niedergestochen wurde. Die damals 41-Jährige war auf einer Weihnachtsfeier in einem asiatischen Restaurant, als der Mann sie von hinten mit einem 30 Zentimeter langen Küchenmesser attackierte. Mehrere Gäste mussten eingreifen, damit der 48-Jährige von seiner Frau abließ. Seit heute muss sich Ercan K. vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten. Gleich zu Beginn der Verhandlung erklärte er, dass er keine Angaben machen wolle, so lange seine Frau nicht anwesend sei. Stattdessen hat sein Anwalt für ihn eine Erklärung abgeben, in der der Angeklagte einräumt, seine Frau verletzt zu haben – allerdings ohne jegliche Tötungsabsicht. Außerdem bestritt Ercan K., angetrunken nach Hause gefahren zu sein, um das besagte Küchenmesser zu holen. Am Nachmittag hat schließlich die Ehefrau des Beschuldigten ausgesagt – das Gespräch wurde in einem Nebenraum aufgenommen und direkt in den Gerichtssaal übertragen. Der Grund: Bakiye K. hat auch ein Jahr nach der Tat psychische Probleme und hätte es nicht verkraftet, mit ihrem Mann in einem Raum zu sitzen. Sie gab an, dass ihr Mann während ihrer Ehe immer wieder aggressiv war, weswegen sie sich schon mehrmals von ihm trennen wollte. Am Tattag wollte sie dann endgültig einen Schlussstrich ziehen, weshalb Erkan K. komplett durchgedreht sei. Der 48-Jährige hat drei Mal auf seine Frau eingestochen – ein Mal in den Rücken und zwei Mal in das linke Bein, das seitdem gelähmt ist. „Er hat mein ganzes Leben zerstört“, so Bakiye K. heute im Gerichtssaal. Die Verhandlung wird am Donnerstag fortgesetzt.